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„Ich war besessen von der Idee und hatte nach zwei Wochen im Labor oder Zuhause den Prototypen eines Walkingstocks gebaut“, erzählt der Professor. Das Besondere: die Stöcke wiegen mit 40 bis 60 g pro Meter weniger als die Hälfte der handelsüblichen Aluminium-Stöcke und weisen eine filigrane aber äußerst stabile Struktur auf.
Sportbegeisterte haben großes Interesse an den neuen Stöcken
Die von Scharr gebauten Stäbe bestehen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) – ein Material, das den Wissenschaftler schon beim Diplom und seiner Doktorarbeit beschäftigte und das zunehmend im Flugzeugbau eingesetzt wird. Bei den Spitzen und Griffen greift der Erfinder, der seine Konstruktion mit dem Markennamen „composite bamboo“ schützen ließ, auf namhafte Hersteller zurück. „Ich hoffe, dass ich im Herbst mit der Vorentwicklung und den Labortests fertig bin“, sagt Scharr.
Erfinder denkt über eine Ausgründung nach
Inzwischen steht die Frage des Vertriebs an. Scharr denkt an eine Ausgründung, die durch die Produktion der Sportgeräte auch Arbeitsplätze schaffen könnte. Er selbst will sich bei der Produktion zurücknehmen, vielleicht als Mitgesellschafter „ein Wörtchen mitreden“. Schon jetzt gebe es viele Interessierte, die die Stöcke gern kaufen wollen, so Scharr. „Es motiviert mich einfach als Forscher, weitere Produkte zu entwickeln und bis zur Marktreife zu führen“, nennt er ein wesentliches Motiv seiner Arbeit.
Der Lehrstuhl von Prof. Scharr befasst sich unter anderem mit dem Bau von Maschinenelementen wie Zahnräder und Federn aus CFK. Künftig sollen in einem neuen Arbeitsbereich auch leichte Sportgeräte entwickelt werden. Schon jetzt sind die von ihm entwickelten filigranen Trekkingstöcker ein Hingucker und bald vielleicht sogar ein Verkaufsschlager.
Ingrid Rieck ist zuständig für den Bereich Presse und Kommunikation an der Universität Rostock
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