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CAM-Lösung 40 % Zeitersparnis auf Dreh-Fräszentren durch zentrales CAM

| Autor / Redakteur: Sascha Dietze / Mag. Victoria Sonnenberg

Für die Fertigung komplexer Dreh-Fräs-Teile vertraut ein Komponenten- und Systemanbieter der Werkzeug- und Maschinentechnik nicht nur auf die Dreh-Fräszentren sondern auch auf die CAM-Lösung seines Maschinenherstellers.

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Seit der zentralen CAM-Programmierung ist Shopfloor-Programmierung nur noch in Ausnahmefällen oder bei kleineren Änderungen ein Thema.
Seit der zentralen CAM-Programmierung ist Shopfloor-Programmierung nur noch in Ausnahmefällen oder bei kleineren Änderungen ein Thema.
(Bild: DMG Mori)

Als einer der führenden Anbieter von Komponenten und Systemen der Werkzeug- und Maschinentechnik steht die Benz GmbH Werkzeugsysteme aus Haslach im Kinzigtal zuverlässige CNC-Aggregate und Maschinenkomponenten, die sowohl in der Metall- als auch in der Holz- und Composite-Bearbeitung zum Einsatz kommen. In Entwicklung und Produktion der innovativen Produkte profitiert Benz einerseits vom fachlichen Know-how der über 300 Mitarbeiter, andererseits von einer modernen Ausstattung in der Fertigung. Hier wurden seit 2014 unter anderem vier Dreh-Fräszentren von DMG Mori installiert, auf denen von der kleinen Spindel bis zum komplexen Gehäuse unterschiedlichste Bauteile bearbeitet werden.

CAM-Lösung soll Workflow weiter optimieren

Um den Workflow weiter zu optimieren, hat Benz darüber hinaus Esprit von DMG Mori als CAM-Lösung installiert. Insbesondere in der Drehbearbeitung spielt die Software ihre Stärken aus. „Jedes unserer Werkstücke ist eine neue Herausforderung, weil viele Produkte individuelle Kundenlösungen sind“, beschreibt Marco Huber, Geschäftsführer Benz, den Arbeitsalltag. Ab Auftragseingang erwarte der Kunde in der Regel binnen ein bis zwei Wochen eine Konstruktion, die dann inklusive Fertigung und Montage nach sechs bis acht Wochen ausgeliefert werde. „Jahrelange Erfahrung und technische Expertise in den unterschiedlichen Produktbereichen ermöglichen uns die kurzen Reaktionszeiten.“

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Die ständig neuen Werkstücke erfordern auch in der Fertigung ein hohes Maß an Kompetenz und Flexibilität. Huber verweist auf die Einzelteilfertigung: „Unser Losgrößen-Durchschnitt liegt bei zwei bis drei Teilen.“ Dementsprechend oft müsse man Maschinen rüsten. „Diese Nebenzeiten minimieren wir mit einem großen Werkzeugmagazin, um möglichst kurze Umrüstzeiten zu realisieren.“ Auch die Vermessung im Bearbeitungsprozess spare viel Zeit.

Mit Dreh-Frästechnik wirtschaftlich fertigen

Eine Zeitersparnis bietet auch die Komplettbearbeitung. Diese gehört vor allem auf den neuen Dreh-Fräszentren von DMG Mori zum Fertigungsalltag. „Mit einer CTX beta 800 TC, zwei CTX beta 1250 TC und einer CTX beta 2000 TC decken wir alle erdenklichen Bauteilgrößen ab“, so Huber über den Maschinenpark im Dreh-Fräsen. „Das Drehen und Fräsen in einer Aufspannung macht die Fertigungsprozesse deutlich effizienter und wirtschaftlicher.“ Der Gewinn sei enorm angesichts der hohen Auslastung in der Produktion. Benz arbeitet in drei Schichten, um der guten Auftragslage nachzukommen.

Nachdem die vier Maschinen installiert wurden, gab es eine neue Herausforderung. Jochen Tränkle, Teamleiter CAM-Programmierung, erinnert sich: „Das alte CAM-Programm hat nicht optimal mit den neuen Dreh-Fräszentren kooperiert.“ So habe der Postprozessor immer wieder fehlerhafte NC-Codes ausgegeben. Eine Lösung konnte DMG Mori mit der CAM-Software Esprit anbieten. Marco Huber sieht einen großen Vorteil dieser Lösung: „So haben wir Maschinen und CAM-Software aus einer Hand bekommen.“ Esprit verwendet von DMG Mori zertifizierte Postprozessoren, die den Workflow zuverlässiger gestalten und eine korrekte Ausgabe der NC-Codes gewährleisten. „Hinzu kommt der gute Leistungsumfang vor allem im Dreh-Fräsen“, ergänzt Tränkle. Bei der Programmerstellung unterstützt Esprit die Mitarbeiter mit speziellen Zyklen, beispielsweise für das Freistechen. „Gerade mit Blick auf die Vielzahl an neuen Programmen, die wir jede Woche erstellen, erleichtert uns die Software die Arbeit nachhaltig.“ Auffällig sei die präzise Arbeitsweise der CAM-Software, findet Tränkle: „Bearbeitungszeiten lassen sich dadurch immer weiter optimieren.“ Er und sein Team erstellen die NC-Codes an zentralen Programmierplätzen und übermitteln sie an die Maschinen. „Shopfloor-Programmierung ist daher nur noch in Ausnahmefällen oder bei kleineren Änderungen ein Thema“, so der Teamleiter weiter. Mit der zentralen Programmierung könne man 40 % Zeit einsparen. „Während wir neue NC-Programme schreiben, produzieren die Maschinen parallel weiter – mit entsprechend höherem Output.“

Beim Thema Prozesssicherheit profitiert Benz ebenfalls von Esprit. „Bereits am PC lassen sich die CAM-Programme simulieren, wodurch potenzielle Kollisionen im Vorfeld ausgeschlossen werden können“, erklärt Tränkle. Dadurch könne man das Risiko von Stillständen minimieren und eine stabile Produktion aufrechterhalten. „Das ist ein wesentlicher Teil der Prozessoptimierung im Bereich der Zerspanung“, fügt Huber hinzu. „Sie beginnt für uns schon in der CAM-Programmierung.“

Erfolgreiche Integration der CAM-Software

Nach anfänglichen Schulungen durch DMG Mori hat Benz die neue CAM-Software schnell und erfolgreich in den Produktionsalltag integrieren können. Bei Rückfragen zu Esprit und anderen Serviceangelegenheiten greifen die Mitarbeiter auf die Service-Hotline des Werkzeugmaschinenherstellers zurück. „Oftmals genügt schon die telefonische Hilfe“, findet Tränkle. Aber auch der technische Kundenservice sei bei Bedarf zeitnah vor Ort.

Marco Huber schätzt die gewachsene Zusammenarbeit mit DMG Mori: „Wir beziehen von dort schon seit vielen Jahren Maschinen und fungieren umgekehrt auch als Lieferant von Werkzeugsystemen.“ Erst kürzlich habe man gemeinsam einen Winkelkopf entwickelt, der das automatische Ein- und Auswechseln von Frontwerkzeugen ermöglicht.

* Sascha Dietze ist Redaktionsleiter bei der PressGate GmbH in 50676 Köln. Weitere Informationen: Stine Meyer, stine.meyer@dmgmori.com, Tel. (0 89) 2 48 83 59 60

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