4. Fachtagung Carbon Composites Airbus und Lamborghini würzen das CFK-Event des Jahres

Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Zum vierten Mal war Augsburg die Hochburg in Sachen CFK-Thematik. Die Vorträge kreisten diesmal um den Hubschrauberbau, effektiven Reparaturmöglichkeiten von carbonfaserverstärkten Materialien, und natürlich war auch die Automatisierung ein wesentlicher Schwerpunkt des Events.

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Lamborghini-Redner Luciano De Oto brachte ein anschauliches Exponat zum Thema Hybridbau aus Aluminium und CFK mit auf die 4. Fachtagung Carbon Composites nach Augsburg. Bitte weiter klicken, um durch die Galeriebilder einen umfassenden Event-Überblick zu bekommen...seien Sie beim nächsten Mal einfach dabei!
Lamborghini-Redner Luciano De Oto brachte ein anschauliches Exponat zum Thema Hybridbau aus Aluminium und CFK mit auf die 4. Fachtagung Carbon Composites nach Augsburg. Bitte weiter klicken, um durch die Galeriebilder einen umfassenden Event-Überblick zu bekommen...seien Sie beim nächsten Mal einfach dabei!
(Bild: Königsreuther)

Das „Kleeblatt“ ist komplett, denn zum vierten Mal hat die Fachtagung Carbon Composites am 19. November die Leichtbau-Interessierten in ihren Bann gezogen. „Augsburg ist einmal mehr das gefühlte Zentrum für Carbon Composites“, wie Dr. Lars Herbeck, Geschäftsführer von Voith Composites, bei seiner Begrüßung bemerkte. Kein Wunder, denn die hervorstechenden Hingucker und Hinhörer waren unter anderem die Exponate beziehungsweise Vorträge der Experten von Airbus Helicopters und Lamborghini. Letzterer präsentierte eine unverkleidete Hybrid-Karosse, die man aufgrund ihrer Abmessungen im Außenbereich platzieren musste.

Beim Hubschrauber bedeutet jedes Kilo bares Geld

Die Hubschrauberspezialisten aus Donauwörth brachten Teile des CFK-Tailboom (Heckausleger) eines EC 145 T2 gleich mit auf die Rednerbühne, wo sie den ganzen Tag über bestaunt werden konnten: Andreas Stöckle von Airbus Helicopters eröffnete dann gleich den Vortragsreigen mit seiner Keynote über die Composite-Erfahrungen im Hubschrauberbau. Dabei erklärte Stöckle, dass der Hubschrauber das energetisch ineffizienteste Fluggerät sei. Deshalb ist jedes Kilogramm Gewichtseinsparung bares Geld wert, wie er betonte. Und es stimmt! Laut seiner Rechnung spart man bei einem EC 135 mit 2 t Startgewicht auf dessen Lebenszeit gerechnet pro 5 % Massenreduzierung nicht weniger als 130.000 l Kerosin ein. Dieses Ergebnis zeigt das enorme Potenzial für die Betreiber, das der Compositeleichtbau bereit hält.

Korrosionfestigkeit ist ein CFK-Plus

Ein weiterer Vorteil von CFK im Hubschrauberbau ist seine Korrosionsbeständigkeit gegen Medien, was vor allem im derzeit boomenden Offshoreflugbetrieb wegen des Salzwassernebels von höchster Bedeutung ist. Allerdings gibt es laut Stöckle bei der Paarung von Aluminium und CFK durchaus eine Potenzialdifferenz von über 500 V, bei der CFK fast so edel reagiert wie Silber oder Gold: Das Aluminiumteil korrodiert dabei als Anode. Abhilfe schaffen isolierende Schichten oder bei lasttragenden Teilen der partielle Einsatz von GFK. „Letztlich müssen die Fragen nach Reichweite, Nutzlast, Wartungsaufwand, Sicherheit und Komfort seitens des Kunden sowie die Herstellbarkeit und Fertigungsstabilität seitens des Hubschrauberbauers mit ja beantwortet werden, um den CFK-Leichtbau am Markt langfristig zu etablieren“, so Stöckle.

Hoher Integrationsgrad im Leichtbau-Hubschrauber-Tailboom

Dabei spiele natürlich auch eine gewissen Automatisierung ein große Rolle und die Integration von Funktionen. Letzteren Aspekt konnte sein Kollege Ulrich Eberth von Airbus Helicopters anhand des ausgestellten Tailbooms des EC 145 T2 näher beschreiben. Das Bauteil wird mit Blitzschutz-Kupfernetz und allen Anbindungen für Sensoren, Antennen und Empfängern (Kupferstreifen) gefertigt. Honigwaben werden dabei auch verwendet, vor allem im Bereich des Heckrotors (Fenestron-Variante). Eberth betonte, dass sich die Herstellkosten des Heckauslegers aus Composite durch angepasstes Design und der Auswahl eines geeigneten Fertigungsverfahrens (Hier Schlauchblasen) in den Bereich einer üblichen Metallkonstruktion drücken lassen.

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