4. Fachtagung Carbon Composites

Airbus und Lamborghini würzen das CFK-Event des Jahres

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Beschädigte CFK-Teile elegant und universell reparieren

Ein Auto oder gar Fluggerät aus leichtem CFK zu nutzen, ist schön und gut, spart Treibstoff und schont die Ressourcen, aber was ist zu tun, wenn partielle Impact-Schäden durch Steinschlag oder Crash den Spaß verderben? Die Antwort gaben unter anderem Dr. Claus Bremer von der BCT GmbH und Ralph Hufschmied, von Hufschmied Zerspanungssysteme in ihrem gemeinsamen Vortrag zum Thema Automatisierte Reparatur und Endbearbeitung von CFK-Strukturen durch Patchen. Denn die manuelle Reparatur ist zeitaufwändig und arbeitsintensiv, und die Prozessstabilität durchaus nicht immer so gut. Abhilfe kann eine neu entwickelte mobile Fünf-Achs-Fräsmaschine schaffen, mit der das sogenannte Schäften einer beschädigten Stelle im CFK-Teil automatisiert und qualitativ hochwertig erfolgen kann. Für den mobilen Einsatz ist das Fräsen die schnellste und immer noch sauberste Lösung, so Bremer.

Besenreine Vorbehandlung für die CFK-Reparatur

„Damit hinterlassen wir die Schadstelle für die anschließende Reparatur quasi besenrein“, betonte Bremer. Die Maschine wirkt dabei ähnlich wie eine Oberfräse und entfernt den schadhaften oder delaminierten Teilbereich mit definierter Kontur, der dann später mit passenden CFK-Zuschnitten und Harz wieder aufgefüllt werden kann. Ralph Hufschmied versicherte, dass hinsichtlich Prozesssicherheit, Kosteneffizienz und Umsetzung die Endbearbeitung mittels speziell abgestimmter Zerspanungswerkzeuge nach wie vor ein Benchmark im Vergleich zum Wasserstrahl- oder Laserschneiden darstellt. Wenn alles richtig gemacht wird, so Bremer weiter, erreicht die reparierte Stelle durchaus eine Endfestigkeit von 80 bis fast 100 % des Neuteils.

Schnelle Schadensbehebung durch fliegende Spezialisten

Luciano De Oto von Automobil Lamborghini beendete die Veranstaltung mit einem Bericht zum hybrid konzeptionierten Huracàn. Dieser Bolide unterstreicht die Kompetenz von Lamborghini im Hinblick auf die CFK-Verarbeitung sowie Audi-Expertise beim Umgang mit Aluminiumkonstruktionen. Ein Rohbau des dort vorgestellten Fahrzeugs konnte im Außenbereich bis ins Detail unter die Lupe genommen werden. CFK und Aluminiumteile wurden hier miteinander zu einem einzigartigen Leichtbausystem verschmolzen. Aus dem Huracàn-Projekt ist laut De Otos Bericht auch eine neue Art der Reparatur hervor gegangen, die auf dem Verfahren basiert, das für die Boeing 787 verwendet wird. Mit einer Art Flying-Doctors-Strategie will man nun im Reparaturfall vor Ort beim Kunden Kosten und Zeit sparen, damit der Autoenthusiast möglichst schnell und ohne Einbußen bei der Außenwirkung seines Flitzers aus Bologna wieder das Gaspedal durchtreten kann.

Das nur als Vorab-Bericht. Der Artikel wird in der nächsten Zeit erweitert und mit viel mehr Bilder und einer nahezu kompletten Vortragszusammenfassung ergänzt. Bis dahin....

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