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Präzise Winkel durch hohe Positioniergenauigkeit
Die Genauigkeit der Biegeergebnisse ist der wohl wichtigste Gradmesser einer Abkantpresse. Hier muss unterschieden werden zwischen der Präzision in der Schenkellänge und der im Biegewinkel, wobei diese zwei Größen nicht unabhängig voneinander sind: Ein präziser Winkel ist ohne hohe Positioniergenauigkeit kaum zu erreichen. Um mit einer Abkantpresse hinsichtlich der Winkelgenauigkeit konkurrenzfähig zu sein, ist man gut beraten, in eine Maschine zu investieren, deren Abweichung sich innerhalb von ± 1° bewegt.
Abhängig vom späteren Einsatz des gebogenen Teils sind in der Praxis jedoch häufig engere Toleranzen notwendig. Dies gilt für Originalausrüstungshersteller von Qualitätsprodukten genauso wie für Job-Shops. Entscheidend für die Beurteilung des Winkels ist, dass über die gesamte Biegelänge keine Veränderungen in der Genauigkeit auftreten. Eine Maschine, die ihr Geld wert ist, weist auch bei langen Kantteilen an jeder Position denselben Biegewinkel auf, selbst wenn sich im Falz Ausschnitte oder Ausklinkungen befinden sollten.
Die Präzision hinsichtlich der Biegewinkel ist nicht nur eine Folge hoher Positioniergenauigkeiten, sondern wird stark von physikalischen Einflussgrößen bestimmt. So ist es unvermeidbar, dass sich bei den hohen Presskräften auch die Maschine minimal durchbiegt. Außerdem hat jedes Blech seine spezifischen Eigenschaften: Variationen in der Dicke oder eine eigene Spannung, die nach der Entlastung eine Rückfederung bewirkt. Ein Blech verhält sich anders, wenn es in der Walzrichtung oder quer beziehungsweise diagonal zu dieser gebogen wird. All diese Einflussgrößen müssen während des Biegeprozesses kompensiert werden, wenn der Winkel am Ende stimmen soll.
Bei Bystronic-Beyeler-Abkantpressen wird die Materialdicke mit Hilfe von hochpräzisen Drucksensoren zusammen mit dem Messsystem der Y-Achsen bestimmt und notwendige Korrekturen werden automatisch ausgeführt. Es erfolgt eine dynamische Druckregulierung: Erfordert die Teilegeometrie innerhalb einer Biegefolge unterschiedliche Biegekräfte, geschieht diese Anpassung automatisch (Bild1). Für die Kompensation der Rückfederung sorgt ein Rückfederungsmesszyklus. Mit dessen Hilfe wird die Eintauchtiefe des Stempels auf der Grundlage des gemessenen Wertes ohne Zutun des Maschinenbedieners korrigiert.
Bei Abkantpressen, bei denen die einzelnen Oberwerkzeuge in einem Hydrokissen abgestützt sind, in das sie während des Biegevorgangs eintauchen, werden sämtliche maschinenseitigen, materialbedingten und äußeren Einflüsse kompensiert. Gleichzeitig schützt das Hydrokissen die Werkzeuge sowie das gesamte System vor Überlastung.
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