Rohstoffe Biobasierte Kunststoffe werden immer bedeutender

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Claudia Otto

Das wachsende Umweltbewusstsein sorgte dafür, dass die Kunststoffindustrie ihr Augenmerk auf Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gerichtet hat. Statt auf begrenzt verfügbare fossile Rohstoffe setzt die Industrie immer häufiger auf nachwachsende Biomaterialien und soweit wie möglich auf die Materialrückführung.

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(Archiv: Vogel Business Media)

Viele Rohstoffhersteller haben bereits Biokunststoffe im Portfolio. „Zukünftig sind noch weitere Polymersorten zu erwarten, denn die Kapazitäten zur Produktion von Biokunststoffen werden signifikant ausgebaut, um die Verfügbarkeit für die Entwicklung neuer Produkte sicherzustellen“, sagt Michael Tesch, Bereichsleiter Werkstofftechnik/Neue Materialien am Kunststoff-Institut Lüdenscheid, über die Entwicklung innerhalb der Branche.

Biobasierte Kunststoffe etablieren sich am Markt

Erste Biokunststoff-Produkte sind bereits erfolgreich im Markt platziert worden. So hat die Norres Schlauchtechnik GmbH, Gelsenkirchen, eine Nachhaltigkeitsstrategie, die unter anderem die Produktion bestimmter Schlauchtypen aus biobasierten Rohstoffquellen umfasst. Das Unternehmen konzentriert sich zudem auf Bioplastic-Monomere aus nachwachsenden Rohstoffen für Polyester, Polyamide, Polyurethan und Vinylpolymere. Die Produkte sind entweder in der Standardausführung oder optional als Variante aus einem Biokunststoff lieferbar oder verfügen über eine vergleichsweise gute Ökobilanz.

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Auch die Igus GmbH, Köln, bietet ein biobasiertes Produkt an: einen Gleitlager-Werkstoff, der zu 54 % auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Statt aus Rohöl wird das Basispolymer des Iglidur-N54-Gleitlagers überwiegend aus pflanzlichem Öl gewonnen. Der mechanisch und tribologisch optimierte Biokunststoff des Gleitlagers ist universell einsetzbar im Niedriglastbereich, meint Produktmanager René Achnitz: „Das schmierfreie N54 ist ein erster, ernsthafter Schritt in Richtung ‚grünes Lager’.“

Kein Öl heißt auch keine Belastung für die Umwelt

Die Iglidur-Lager sind durch ihre inkorporierten Festschmierstoffe ressourcen- und umweltschonend. Laut Achnitz benötigen Polymerlager kein Öl und Fett, sind schmier- und wartungsfrei, sodass keine Kontaminationsstoffe in die Umwelt gelangen. Hinzu kommt ihr gegenüber metallischen Optionen geringes Gewicht, was zu geringeren Massen und damit zu weniger Energieverbrauch führt.

Überdies sieht die Energiebilanz beim Herstellen von Kunststoffen besser aus als bei Metallen: Während zur Produktion von 1 l Aluminium die Energie von 15 l Rohöl nötig ist und 1 l Stahl so berechnet rund 11 l Rohöl erfordert, braucht 1 l Kunststoff beim Herstellen nur durchschnittlich 1,8 l Rohöl.

Holzfaserverstärktes Polypropylen bietet Vorteile und Kostenneutralität

Der Automobilzulieferer Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg, entwickelte ein Pkw-Türsystem aus holzfaserverstärktem Polypropylen. Der nachwachsende und damit CO2-neutrale Rohstoff reduziert zusätzlich das Gewicht und bietet thermische sowie akustische Vorteile – bei Kostenneutralität.

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