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Zerspanung Bohrwerke steigern Effizienz bei Präzisionsbearbeitung um 30 %

| Autor/ Redakteur: Christina Debus / Rüdiger Kroh

Komponenten für Schleif- und Drehmaschinen zur Walzenbearbeitung werden auf zwei Bohrwerken gefertigt. Diese müssen zum einen die Genauigkeitsanforderungen erfüllen, aber auch für schnelle Arbeitszyklen sorgen. Linearführungen in den Maschinen und eine innere Kühlmittelzufuhr machen dies möglich.

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Bild 1: Auf der Horizontal-Bohr- und Fräsmaschine in Tischausführung TC 125 werden alle Bohrungen in einer Aufspannung durchgeführt.
Bild 1: Auf der Horizontal-Bohr- und Fräsmaschine in Tischausführung TC 125 werden alle Bohrungen in einer Aufspannung durchgeführt.
(Bild: Herkules)

Wer die Produktionshalle der Maschinenfabrik Herkules in Siegen betritt, sieht eine Vielzahl von Bearbeitungsmaschinen, mit denen die Komponenten für den eigenen Maschinenbau nach hohen Qualitätsstandards gefertigt werden. Erst vor kurzem wurde ein neues Bohrwerk montiert, das die Genauigkeit und Effizienz in der Produktion noch einmal steigert: die Horizontal-Bohr- und Fräsmaschine KC 130 in Kreuzbettausführung von Union-Chemnitz. Sie wurde im April 2014 in Betrieb genommen und ist bereits das zweite Bohrwerk des Chemnitzer Herstellers, das bei Herkules im Einsatz ist.

Komponenten für Schleif- und Drehmaschinen zur Walzenbearbeitung

Herkules ist ein Unternehmen der international agierenden Herkules Group, zu der auch die Großwerkzeugmaschinenhersteller Herkules USA, Herkules Meuselwitz sowie der Getriebehersteller RS-Getriebe gehören. Insgesamt werden dort derzeit zehn Union-Chemnitz-Maschinen für das Bearbeiten von Maschinenkomponenten eingesetzt. Nummer elf wird mit dem Genauigkeitsbohrwerk KCG 125 in der zweiten Jahreshälfte 2014 bei RS-Getriebe in Sonthofen in Betrieb genommen. Auch Union-Chemnitz gehört seit 2011 zur Herkules Group. „Der Großteil der Bohrwerke in der Gruppe wurde viele Jahre vor der Übernahme gekauft“, erklärt Dietmar Weiß, Geschäftsführer von Union-Chemnitz.

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Seit mehr als 100 Jahren entwickelt und produziert Herkules in Siegen Schleif- und Drehmaschinen zur Walzenbearbeitung. „Unsere Maschinen werden weltweit zum Beispiel in Walzwerken eingesetzt”, berichtet Herkules-Betriebsleiter Thomas Meyer. „Sie zeichnen sich durch hohe Präzision und Leistungsstärke aus. Walzen werden mit Genauigkeiten von wenigen Mikrometern bearbeitet. Um dies zu erreichen, müssen alle Komponenten für unsere Maschinen nach höchsten Qualitätsstandards bearbeitet werden“.

Bohrwerk sollte Arbeitszyklen schnell bewältigen

2008 entschied Herkules, in ein neues Bohrwerk zu investieren, um diesen Anforderungen noch besser gerecht zu werden. „Neben der Qualität der Bearbeitungsergebnisse war vor allem die Wirtschaftlichkeit des Bohrwerks ein wichtiges Kriterium“, erklärt Meyer. „Wir hatten schon zwei größere Bohrwerke im Einsatz und suchten nun eines zur Bearbeitung mittelgroßer Werkstücke, das nicht zu steif und behäbig ist, sondern die Arbeitszyklen schnell bewältigt.“ Die Entscheidung fiel auf die TC 125 in Tischbauweise von Union-Chemnitz, auch weil die Spindeldrehzahl höher ist als bei anderen Anbietern.

Seit der Inbetriebnahme 2009 werden mit der Maschine nun Lünetten, Gegenlager, Reit- und Spindelstöcke bearbeitet. Mit ihrem stark verrippten Ständer und einem massiven Vier-Bahnen-Bett ist die Anlage robust gebaut. Die kompakten Präzisionsrollenführungen in allen linearen Achsen gewährleisten gleichzeitig hohe Arbeitsgenauigkeiten. „Die Linearführungen der Maschine waren ein wichtiger Grund bei der Entscheidung“, so Meyer. „Im Gegensatz zu den Gleitführungen anderer Hersteller ermöglichen sie uns wesentlich höhere Geschwindigkeiten“.

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