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CAM-Software Cockpit für die intelligente CNC-Fertigung

| Redakteur: Stefanie Michel

Spring Technologies stellt auf der AMB 2018 die aktuelle Version der Software NC-Simul in Live-Demonstrationen am Stand vor. Sie gibt in Echtzeit einen Überblick über den gesamten Maschinenpark und erlaubt Maschinenwechsel mit wenigen Klicks statt manuellem Umprogrammieren.

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Flexible Maschinenwechsel in NC-Simul mit simulierten und optimierten NC-Programmen.
Flexible Maschinenwechsel in NC-Simul mit simulierten und optimierten NC-Programmen.
(Bild: Spring Technologies)

Ganz im Zeichen von Industrie 4.0 stehe beim neuen Release nicht mehr die Performance einzelner Maschinen, sondern die optimale Auslastung des gesamten Maschinenparks im Fokus, heißt es. Dazu wurde ein weiteres Modul in die aktuelle Version integriert: NC-Simul Monitor. Als digitales Cockpit biete es einen Überblick über die Nutzung und Auslastung des Maschinenparks und helfe Produktionsleitern, ihre Kapazitäten zu managen und auf Änderungen zu reagieren.

Das Potenzial des virtuellen Maschinenparks

Herbert Schönle, General Manager für die DACH-Region bei Spring Technologies, beschreibt eine typische Situation: „Die Produktionsleitung erhält den erhofften Folgeauftrag für ein komplexes Bauteil. Es eilt, zudem sind auf Wunsch des Kunden noch einige Änderungen in der Fertigung vorzunehmen. Das Problem: Die 5-Achs-Maschine, auf der bisher immer gefertigt wurde, ist für die kommenden Tage bereits mit einem langen Programm belegt. Mit Hilfe von NC-Simul Monitor kann sich der Produktionsplaner nun die Verfügbarkeit aller infrage kommenden Maschinen anzeigen lassen. In NC-Simul 4 Cam kann das ursprüngliche NC-Programm auf die neue Zielmaschine und Steuerung automatisch konvertiert werden. Außerdem kann das Programm beispielsweise auch auf eine 3- und 5- Achs-Maschine gesplittet werden, wobei auf der 3-Achs-Maschine die Schruppvorbearbeitung erledigt werden kann und auf der 5-Achs-Maschine nur noch die Simultan-Schlichtprogramme durchgeführt werden müssen. Tagelanges manuelles Umprogrammieren kann mit NC-Simul nun in wenigen Stunden erledigt werden."

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Dies sei zudem ein Vorteil bei der Inbetriebnahme neuer Maschinen und gelte auch für Änderungen im Fertigungsprozess: Die inkludierte NC-Simulation soll hier fehlerfreie und kollisionsfreie NC-Programme liefern.

Immer das passende Werkzeug

Wie Spring Technologies erklärt, werden in NC-Simul alle Daten zu Werkzeugmaschine, Aufspannung, Werkzeugen und weitere Technologieparameter auf einer Datenplattform bereitgestellt und sind bidirektional verfügbar. Dadurch würde im vorliegenden Fall das bestehende Programm beim Maschinenwechsel direkt an die Leistungsdaten der neuen Maschinen angepasst, passende Werkzeuge würden in 3D angezeigt und beim Übernehmen automatisch in das Programm eingefügt. Durch Zugriffe auf Werkzeugdatenbanken wie Toolsunited können die benötigten Werkzeuge direkt mit Herstellerdaten und zugehörigen Grafiken in das System geladen werden. Um die Übernahme und die Erstellung der Komplettwerkzeuge noch zu beschleunigen, sind im digitalen Werkzeugmanagement NC-Simul Tool Mastermodelle nach DIN4003/ISO 13399 bereits vordefiniert.

Für die Planung der weiteren Folgeaufträge stehen die geänderten NC-Programme und alternativen Fertigungsrouten ebenfalls zur Verfügung, da alle Änderungen aus dem NC-Programm auch in das integrierte digitale Dokumentenmanagement übernommen werden können. Damit seien Shopfloor-Informationen in Echtzeit verfügbar und der aktuelle Stand von allen Beteiligten auch mobil abrufbar.

Schritt hin zur papierlosen Fertigung

Das sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur papierlosen Fertigung beziehungsweise papierlosen Fabrik und gleichzeitig eine Herangehensweise für den in vielen Maschinenbauunternehmen anstehenden Generationenwechsel, wie Herbert Schönle unterstreicht: „Die Digitalisierung hilft, das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen im Unternehmen zu bewahren und weiterzuentwickeln." Alle Daten können auch über Unternehmensgrenzen hinweg mit Zulieferern oder Kunden geteilt werden. Zum Schutz des Know-hows werden nur verschlüsselte Enddaten versendet. Mit dieser Fokussierung auf die Digitalisierung und vernetzte Fertigung sieht sich der Hersteller auf einer Linie mit dem diesjährigen Konzept der AMB.

Spring Technologies auf der AMB 2018: Stand EO120 (am Eingang Ost im Foyer)

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