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Dichten will gelernt sein

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Kleines Rechenbeispiel: Eine unbeschichtete Cartex-SN/43 (SiC/SiC) setzt bei jährlich 8000 Betriebsstunden 3200 kWh in Reibleistung um. Die gleiche DF-beschichtete Ecartex spart in diesem Zeitraum etwa 2500 kWh ein, was bei Industriestrompreisen etwa 325 Euro entspricht. Der Hersteller beziffert die Mehrkosten für die Dichtung auf 50 bis 100 % der Basisdichtung, je nach Ausstattung und Werkstoffwahl. Amortisation: unter zwei Jahren.

VDI 2290: Dichtheit von Flanschverbindungen

Seit Juni 2012 gibt es die VDI 2290 zur Beurteilung der technischen Dichtheit von Flanschverbindungen für flüssige und gasförmige Medien, für die emissionsbegrenzende Anforderungen nach der TA-Luft festgelegt sind. Sie gilt für verschraubte Metallflansche bis zu einer maximalen Betriebstemperatur von 400 °C – in Rohrleitungen, an Apparaten und Armaturen.

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Was für viele Betreiber Neuland ist: Entsprechend zertifizierte Dichtungen haben zwar die Materialprüfung bestanden, was allerdings noch nichts zum Verhalten bei der Anwendung aussagt – darauf weist der VTH Verband Technischer Handel hin. Gefordert sind Berechnungen für das gesamte Dichtungssystem, also von Flansch, Schrauben und Dichtung. Denn eine Dichtung alleine ist weder dicht noch undicht, es kommt auf die Anwendung an.

Gefahren lauern schon bei der nicht korrekten Montage. Die beste Dichtung nütze nichts, wenn sie nicht regelkonform verarbeitet werde, so der Verband. Deshalb ist die Montage nach der neuen Regelung ebenfalls Teil des Qualitätssicherungssystems. Wie notwendig das ist, zeigt die Auswertung an einem großen deutschen Chemiestandort, bei dem nach Auslösung eines Umweltalarms 474 Armaturen überprüft wurden. Es stellte sich heraus, dass 80 % der gefundenen Leckagen auf falsch montierten Dichtungen basierten.

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