Interview „Die Additive Fertigung ist komplex. Das müssen wir ändern!“

Autor Simone Käfer

Jürgen von Hollen wurde im Januar 2021 zum CEO des 3D-Desktopdrucker-Herstellers Ultimaker. Die Niederländer stehen gut da, aber von Hollen will mehr rausholen. Denn KMU, die neue Technologien anbieten, groß raus zu bringen, das ist seine Leidenschaft.

Jürgen von Hollen ist seit Januar 2021 CEO von Ultimaker. Er will das Unternehmen aus der Additiven Fertigung stärker wachsen lassen als den Markt.
Jürgen von Hollen ist seit Januar 2021 CEO von Ultimaker. Er will das Unternehmen aus der Additiven Fertigung stärker wachsen lassen als den Markt.
(Bild: Nils Lund Pedersen, Ultimaker)

Er ist angetreten, die Additive Fertigung einfacher und Anwender freundlicher zu machen. Damit soll sein Unternehmen über Markt wachsen. Bei dem Cobot-Hersteller Universal Robots hat Jürgen von Hollen bereits bewiesen, dass er ein Händchen für die Positionierung eines jungen Unternehmens im Wettbewerbsumfeld hat. Doch mit der Additiven Fertigung verbindet ihn nichts. Was will er bei Ultimaker, einem Hersteller von 3D-Desktopdruckern? Seiner Leidenschaft will er frönen. Genau wie die Cobot-Branche vor wenigen Jahren, steht nun die Additiven Fertigung (AM, additive manufacturing) an einer Schwelle. Die Maschinen sind nützlich, jedes Unternehmen könnte von ihrem Einsatz profitieren. Angekommen ist die Erkenntnis aber noch nicht bei allen. Das will von Hollen nun ändern. Und am Ende sollen alle davon profitieren: die AM-Industrie und ihre Anwender.

Herr von Hollen, in Ihrem Antrittsstatement haben Sie erklärt, dass Sie mit Ultimaker stärker wachsen wollen als der Markt. Der liegt ungefähr bei 20 % Wachstum. Wie wollen Sie das mit Ihren 3D-Desktopdruckern toppen?

Die Additive Fertigung im allgemeinen und Ultimaker im Besondern bietet Verfahren, die den gesamten Markt bedienen – von kleinen Unternehmen bis zum Großkonzern, jeder kann davon profitieren. Aber viele kleine Betriebe sehen noch nicht die Chancen, die ihnen ein 3D-Drucker bringen kann. Sie könnten ihre Produktion damit flexibler gestalten, schneller oder effektiver. Es ist unsere Aufgabe als AM-Hersteller und als Industrie das zu vermitteln!