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Führung

Entscheidungen richtig treffen

| Autor / Redakteur: Michael Kaune / Melanie Krauß

Eine Entscheidung ist die Wahl zwischen zwei oder mehreren Alternativen. Insbesondere bei schwierigen Entscheidungen neigen Menschen dazu, sie möglichst lange hinauszuzögern.
Eine Entscheidung ist die Wahl zwischen zwei oder mehreren Alternativen. Insbesondere bei schwierigen Entscheidungen neigen Menschen dazu, sie möglichst lange hinauszuzögern. (Bild: Adobe Stock)

Jeden Tag treffen wir eine Menge an Entscheidungen. Es gibt große, leichte, wichtige, unpopuläre und schwere Entscheidungen. Manche Entscheidungen sind nicht so leicht zu treffen, aber es gibt Möglichkeiten, sich die Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Was ist eine Entscheidung? Eine Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren unterschiedlichen Varianten. Es geht schon morgens damit los: Stehe ich auf oder bleibe ich liegen, gehe ich zur Party oder liege ich lieber auf der Couch, trage ich Jeans oder Anzug, esse ich Wurst oder Marmelade …? Bewusst und unbewusst treffen wir täglich Tausende Entscheidungen. Ob das allerdings gute oder „Fehl“-Entscheidungen waren, stellt sich meist erst im Nachhinein heraus.

Einige Entscheidungen gehen schnell, andere wiederum brauchen lange und bei einigen glauben wir, dass sie umso besser ausfällt, je länger wir nachdenken und grübeln. Schwierige oder mit möglichen Folgen verbundene Entscheidungen schieben wir manchmal gerne auf oder versuchen uns davor zu drücken. Wir sind oft auf der Suche nach sogenannten Entscheidungshilfen.

Aus Fehlern lernen Täglich treffen wir bis zu 100.000 Entscheidungen, von denen einige blitzschnell geschehen und ohne dass es uns richtig bewusst ist. Dass darunter auch mal Fehlentscheidungen sind, ist also kein Wunder.
Eine Studie von Metaberatung ergab, dass insbesondere Topmanager im Vergleich zu Nachwuchsführungskräften und mittlerem Management besser mit Negativentwicklungen umgehen. Sie zeigen sich selbstkritischer und lernbereiter. Eine falsche Entscheidung kann also auch zu persönlicher Entwicklung und damit etwas Positivem führen.

Als Alternativen kann das Gehirn nur Informationen nutzen und verwerten, die gelernt, erlebt und erfahren wurden und so in unser Unterbewusstsein abgelegt wurden. Dazu kommen noch Faktoren wie die aktuelle Stimmung und Befindlichkeit. Jede Entscheidung ist ein Abwägungsprozess im Gehirn. Menschen ordnen Begriffe und Erinnerungen einer Art „emotionalem Marker“ zu. Dadurch wissen wir zum Beispiel immer, welche Musik wir mögen, welches Getränk, welche Mitmenschen und welche nicht. In Bruchteilen von Sekunden erhalten wir eine subjektive Gewichtung der Argumente aller wählbaren Möglichkeiten und Informationen. So entstehen die spontanen Entscheidungen – „aus dem Bauch heraus“. In den emotionalen Markern sind also die persönlichen Erfahrungen abgebildet – aus dieser Lebenserfahrung erwächst die sogenannte Intuition.

Bauch oder Kopf? Bauch und Kopf!

Bei Stress schüttet das Gehirn Botenstoffe aus, die große Teile der Großhirnrinde abschalten und rationales Denken erschweren. Sie sollten unter Druck also besser keine Entscheidungen treffen.
Bei Stress schüttet das Gehirn Botenstoffe aus, die große Teile der Großhirnrinde abschalten und rationales Denken erschweren. Sie sollten unter Druck also besser keine Entscheidungen treffen. (Bild: Adobe Stock)

Eine rationale Entscheidung richtet sich meist nach bereits abgesteckten Zielen oder nach vorhandenen Wertmaßstäben. Von der eigenen Entscheidungskompetenz hängt es ab, ob die Entscheidung zu einem gewünschten Ziel führt. Dafür versuchen wir meist, logisch heran zu gehen. Wir vergleichen und denken nach, überlegen, ob die Entscheidung richtig oder falsch ist, und wägen die Konsequenzen ab. Doch meist sind wir anschließend nicht wirklich schlauer als vorher, sondern sogar noch unsicherer.

Auch wenn wir glauben, souverän und logisch zu entscheiden, steckt doch ganz häufig nicht der Verstand dahinter. Wir lassen uns von Faktoren beeinflussen, die wir nicht einmal bemerken. Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass wir dazu neigen, die uns vertraute Alternative zu wählen. Schuld ist das Hormon Dopamin, das Gefühl der Belohnung, wenn wir etwas wiedererkennen. Die vertraute Alternative lockt uns, obwohl rational nichts dafür spricht.

Einige Ideen und Tipps für Entscheidungen:

Keine Entscheidung unter Stress! Stress blockiert unser Denken. In bedrohlichen Situationen schüttet das Hirn Botenstoffe aus, die uns blitzschnell reagieren lassen, aber auch große Teile der Großhirnrinde abschalten. Rationale Entscheidungen sind dann kaum möglich.

Reduzieren Sie den Informationsfluss! Es ist wichtig, Informationen einzuholen, zu recherchieren und auch eigene Erfahrungswerte sowie die von anderen einzubeziehen. Doch zum Schluss stehen wir vor einer Unmenge an Informationen und wissen gar nicht mehr, was das Richtige ist und woran wir uns orientieren können. Das Riesenangebot an Wahlmöglichkeiten überfordert uns. Aus Angst vor falschen Entscheidungen kommt es nun häufig zum Aufschieben oder dazu, dass man sich am liebsten gar nicht entscheiden würde. Setzen Sie sich einen Zeitpunkt, zu dem Sie die Entscheidung treffen wollen. Definieren Sie einige wichtige Kriterien, die für die Bewertung der Entscheidung nötig sind und die Sie innerhalb dieser Zeit beschaffen und bewerten können.

Übernehmen Sie Verantwortung! Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen und übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Handeln. Es lassen sich nicht alle Eventualitäten im Vorfeld einer Entscheidung klären. Es lässt sich nicht immer alles von Anfang bis Ende durchplanen. Akzeptieren Sie einen gewissen Grad an verbleibender Unsicherheit.

Deutsche Führungskräfte führen zu wenig

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Deutsche Führungskräfte führen zu wenig

28.06.18 - Durchschnittlich eine Stunde pro Woche (bei 40 Stunden Arbeitszeit) verbringt ein Manager der mittleren Ebene mit individueller Entwicklung und Konfliktmanagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nicht verwunderlich, denn viele deutsche Führungskräfte führen nicht oder zu wenig. lesen

Werden Sie sich bewusst, was Sie selbst möchten! Nicht selten entscheiden wir uns für etwas, weil „man“ dieses und jenes so tut und es möglicherweise so erwartet wird. Wer sich jedoch für das entscheidet, was andere als richtig ansehen, vergisst seine eigenen Bedürfnisse und Werte. Achten Sie darauf, was Sie selbst möchten und wünschen und was Ihr Antrieb ist.

Mit Widerstand rechnen. Die Kriterien für eine Entscheidung sind immer individuell und in der Regel mit persönlichen Zielen und Wünschen verbunden. Daher wird es vorkommen, dass Entscheidungen für andere Personen nicht nachvollziehbar sind.

Auf die eigenen Gefühle achten. Gehen Sie die verschiedenen Alternativen durch und achten Sie darauf, welche Emotionen diese in Ihnen auslösen. Achten Sie auf alles, was Sie fühlen, sehen, hören oder riechen. Wann haben Sie sich am wohlsten gefühlt?

Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe! Entscheidungen unter Stress sind oft keine guten Entscheidungen. Sie handeln eher aus Gefühlen und schalten den Kopf aus. Der Spruch „eine Nacht drüber schlafen“ hat seine Berechtigung. In Ruhephasen sortiert unser Gehirn die Gedanken, Eindrücke und Erlebnisse des Tages. Oft führt das zu klareren Gedanken, Alternativen oder Ideen und damit zu Lösungen.

Rüstzeug zur Entscheidungsfindung

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16.08.18 - Die neue Entscheidungskultur zeigt, wie durch die bewusste Anwendung von Kognition, Intuition und Emotionen sichere und gemeinsam getragene Entscheidungen hergestellt werden. Das unterstützt agile Teams und tradierte Führungskräfte gleichermaßen, ihre individuellen Fähigkeiten in Entscheidungsprozesse einzubringen. lesen

Komfortzone verlassen! Das Hormon Dopamin ist verantwortlich dafür, dass wir das Gefühl einer Belohnung spüren, wenn uns etwas vertraut vorkommt. Das hat aber auch zur Folge, dass wir ein Gefühl von Anstrengung oder Unwohlsein verspüren, wenn wir das Vertraute verlassen und uns außerhalb unserer Komfortzone wagen. Achten Sie einmal darauf!

Mut haben! Häufig ist es eine Kombination aus Perfektionismus und Unsicherheit, die uns vom Entscheiden abhält. Verlieren Sie sich nicht in der Unmenge an Entscheidungsmöglichkeiten, haben Sie Mut – Mut, Entscheidungen zu treffen!

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* Michael Kaune ist Coach, Trainer und Moderator in 10247 Berlin, Tel. (01 72) 2 92 56 08, info@michael-kaune.de, www.michael-kaune.de

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