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Das Bauteil auf Bild 3 wurde inklusive der Innen- und Außenverzahnung aus einem Rohteil komplett auf einer Maschine bearbeitet. Im ersten Schritt erfolgte das Drehen mit großen Spanquerschnitten. Dazu steht eine Hauptspindel mit einem hohen Antriebsmoment bis 20.000 Nm und 104 kW Leistung zur Verfügung. Anders als bei der Zerspanung auf Bearbeitungszentren müssen hier keine Zugeständnisse bezüglich der Produktivität gemacht werden.
Schälwerkzeug wird automatisch eingewechselt
Im nächsten Bearbeitungsschritt schwenkt der Multifunktionskopf (Bild 4) vom Drehwerkzeug auf die Frässpindel. Dies geschieht ohne die sonst nötigen Verfahrbewegungen zum Werkzeugmagazin. Der Multifunktionskopf arbeitet mit bis zu sieben unterschiedlichen Werkzeugen. Sowohl mit Hochleistungsspindeln angetriebene Schleifwerkzeuge als auch Hochleistungsfrässpindeln mit bis zu 50 kW und 6000 min-1 können im Kopf angeordnet werden.
Der Multifunktionskopf ist durch einen Direktantrieb mit einem hohen Drehmoment in der Lage, eine interpolierende simultane Fünf-Achs-Bearbeitung durchzuführen. Bei der Schwerzerspanung wird der Kopf hydraulisch geklemmt. Er ist somit Werkzeugträger mit extrem kurzen Wechselzeiten und zeitgleich eine vollwertige B-Achse. Werden zur Bearbeitung mehr Werkzeuge benötigt, so kann die Maschine wahlweise mit unterschiedlichen Werkzeugscheibenmagazin oder Werkzeugketten mit bis zu 80 Werkzeugen ausgestattet werden.
Nach der Dreh- und Fräsbearbeitung kann der Kopf Bohr- und Gewindeschneidoperationen ausführen, um dann anschließend eine Innen- und Außenverzahnung durch das produktive Wälzschälen am Werkstück anzubringen. Das Schälwerkzeug wird dazu automatisch eingewechselt. Besonders bei der Innenverzahnung (Bild 4) ist das von Pittler bereits im Jahre 1910 patentierte Wälzschälen sehr produktiv.
Pittler-Maschine ersetzt Drehmaschine, Bearbeitungszentrum, Verzahnungsmaschine und Schleifmaschine
Nach der Bearbeitung wird das Werkstück über einen eingewechselten Messtaster in der Maschine auf die erreichte Qualität geprüft. Kommt es zu Abweichungen, können diese einfach ausgeglichen werden, weil das Werkstück noch in der Bearbeitungsposition gespannt ist.
Die Pittler-Maschine ersetzt somit neben einer Drehmaschine ein Bearbeitungszentrum, eine Verzahnungsmaschine und eine Schleifmaschine. Vor allem in der Windenergie- und in der Getriebebaubranche stieß dieses Konzept auf Interesse und so konnten in diesen Märkten bereits erfolgreich diverse Projekte realisiert werden.
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