Harzinjektion

RTM-Verfahren bringt Rennwagen-Sicherheit auf die Straße

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Als jedoch die Fahrgastzelle entworfen wurde, brachte Santoni CFK ins Spiel, um die hohen Belastungen aufgrund diverser Vorschriften aufzufangen. Konsequent nach dem Prinzip der für McLarens Rennwagen entwickelten Fahrgastzelle aus Verbundwerkstoff wurde der neue Straßenwagen mit einer monolithischen CFK-Zellstruktur versehen. Offiziell als „Monocell“ bezeichnet, bekam die Konstruktion den Spitznamen „the tub“, „die Wanne“.

Überzeugende Crashtestergebnisse für einteilige Zellenkonstruktion

Diese einteilige Zellenkonstruktion bildet die wichtigste Struktur des Wagens und muss über den Vorderachsträger fast alle Straßenkontaktbelastungen ertragen. Des Weiteren nimmt sie die Kräfte vom Sicherheitsgurt auf und hat Crashstöße zu verkraften. Die Hauptmechanismen für Insassenschutz sind die schon erwähnten, aus Aluminium fabrizierten Knautschzonen im vorderen und hinteren Bereich, die bei Verformung Aufprallenergie absorbieren. Dadurch bleibt die „Wanne“ als Insassenschutz auch bei schweren Unfällen unbeschädigt.

Der Erfolg dieser Konstruktion wird im Rahmen eines Crashtestprogramms deutlich: Eine einzige Zelle hielt mindestens drei Zusammenstößen bei hoher Geschwindigkeit stand, ohne dass nennenswerte Schäden entstanden.

Extrem stabile Hohlraumstruktur senkt das Gewicht auf 80 kg

Die einteilige CFK-Zellstruktur hat mehrere lokal begrenzte Hohlräume. Einige der kleineren Hohlräume werden mit dem Schaumkunststoff Rohacell des Herstellers Evonik Röhm, Darmstadt, gefüllt, die größten bleiben allerdings ungefüllt. Beim Ausschäumen der Zellstruktur werden sie mit herausnehmbaren Dornen verschlossen. Das Hohlraumvolumen der Zellstruktur beträgt insgesamt enorme 120 l. Dadurch wird das Gewicht der „Wanne“ auf 80 kg reduziert.

Obwohl die Funktion der „Wanne“ primär im Tragen der Hauptbetriebslasten zwischen Vorder- und Hinterachse liegt sowie im Insassenschutz, hat Santoni weitere sekundäre Kriterien für deren Gestaltung angelegt. Darunter waren Anforderungen an den Korrosionsschutz, an die Gesamtsteifigkeit der Karosserie und an das Ein- und Aussteigen. Bei manchen teueren, in kleinen Stückzahlen gebauten Luxuskarossen hat sich die Korrosion als problematisch herausgestellt.

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