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Gerade für Kunden, die sich Hoffnungen gemacht hatten, das kostspielige Automobil halte so lange, bis es als Classic Car eingestuft werde, war das ärgerlich. McLarens Zellenkonzept auf Basis einer Verbundwerkstoffwanne schließt Boden- und Hohlraumkorrosion aus – und damit ein lebensdauerbegrenzendes Risiko bei metallischen Konstruktionen.
Wartungsaufwand dürfte minimal sein
Obwohl Knautschrahmen die Wanne gut schützen ist, lassen sich die Wannenflächen größtenfalls gut reparieren. Die Hauptabsicht der Konstrukteure ist jedoch, dass sich bei einem meist weniger schweren Aufprall im vorderen Karosseriebereich der Schaden auf die energieabsorbierenden Aluminiumrohre, die Karosserieplatten und eventuell die vorderen Achsträger beschränkt.
Auf jeden Fall erwartet man, dass der Wartungsaufwand minimal sein wird. „Die Wartungsintervalle für moderne Flugzeuge aus CFK sind inzwischen zweimal länger als für aus Aluminium gefertigte Modelle“, stellt Santoni fest, der darin „einen Beleg für die höhere Lebensdauer einer auf CFK basierenden Struktur im Vergleich zu Aluminium“ sieht. Treu der Firmenphilosophie, dass Carbonfasern verbaut werden, um eine Aufgabe zu erfüllen und nicht um kosmetische oder von Marketing bestimmte Funktionen zu übernehmen, haben die McLaren-Konstrukteure der Versuchung widerstanden, den Zellenwerkstoff CFK für die Kunden sichtbar zu machen. Die Innenausstattung besteht fast gänzlich aus qualitativ hochwertigen Teppichen.
Größte Herausforderung – Formen der komplexen Zelle in einem Stück
Die größte Herausforderung war das Formen der geräumigen, komplexen Zelle in einem Stück. Die konstruktiv leichtere Entscheidung wäre gewesen, die erfolgreich erprobte Lösung aus einem früheren Modell, dem Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster, nochmal einzusetzen. Bei diesem Modell verarbeitet man als Zellenausgangsmaterial ein Prepreg der britischen Advanced Composites Group (ACG), Heanor, im Handlaminierverfahren. Die Aushärtung erfolgt in einem Autoklaven.
Vom dem Roadster-Modell werden aber nur 500 Stück im Jahr hergestellt. Für diese Zahl ist das Handlaminieren mit vorimprägnierten Bahnen (Prepeg) und eine Autoklavbehandlung praktisch, beim neuen Modell MP4-12C jedoch nicht, weil die Kosten niedriger ausfallen und achtmal so viel Zellen pro Jahr gefertigt werden sollen.
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