Vakuumhandling Vakuum-Automation und Handhabung

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Vakuumspezialist Schmalz hat in einer digitalen Pressekonferenz einen Blick auf die aktuelle Coronalage und neue Produkte geworfen.

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Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von Schmalz.
Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von Schmalz.
(Bild: Schmalz)

Mitte Mai erklärte Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von Schmalz, in einer digitalen Pressekonferenz, dass es dem Unternehmen gelingt gut durch die Krise zu manövrieren. Neben Investitionen (beispielsweise jeweils ein Neubau in Polen und China sowie eine Sanierung der Geschäftsgebäude in Italien) und ökologisch nachhaltigem Handeln (am Hauptsitz in Glatten sind Windrad, Blockheizkraftwerk und die Felsspaltkühlung nur einige Beispiele, die den CO2-Rucksack der Schmalz-Produkte schon heute reduzieren) legt Schmalz auch viel Wert auf seine eigene Mannschaft. Der Unternehmen freut sich unter anderem über die Auszeichnung „Bester Arbeitgeber Baden-Württemberg 2021“ und zählt dabei außerdem zu „Deutschlands Besten Arbeitgebern 2021“. Stolz ist er dabei auch auf die Reaktionsfähigkeit im Zusammenhang mit der Pandemie:„Home-Office ist mittlerweile ebenso etabliert wie die Nutzung der bereitgestellten Schutzmasken, Faceshields und Schnell- sowie Selbsttests. Einen Schritt weiter geht Schmalz als Pilotunternehmen im Projekt „Impfen im Mittelstand“. Am Ende werden über 70 Prozent der Belegschaft geimpft sein – auf rein freiwilliger Basis natürlich.“

Zahl der Varianten nimmt zu

Michael Mohr, Leiter Vertrieb bei der J. Schmalz, beleuchtete im Anschluss die Entwicklungsarbeit bei Schmalz. „Erfolg ist mittlerweile eine Zeitfrage: In jeder Branche kommen Neuheiten immer schneller auf den Markt, die Zahl der Varianten nimmt ebenfalls zu. Damit verändern sich die Handhabungsaufgaben, zum Beispiel durch verschiedene Oberflächenstrukturen, Geometrien oder Materialien. Entsprechend weniger Zeit haben wir für die Entwicklung neuer Produkte für die Vakuum-Automation und die manuelle Handhabung. Die Herausforderung dabei: Wir müssen die Prozesse beim Kunden so gut begreifen, dass wir zukünftige Anforderung vorhersehen und diese damit frühzeitig angehen können.“

Hierbei verfolgt Schmalz immer mehr den Ansatz „alles aus einer Hand“. Mohr erklärt: „Mit unserem Baukastensystem liefern wir auf den Kunden zugeschnittene und zugleich flexible Lösungen in kurzer Zeit. Er erhält alles aus einer Hand und hat so mit uns nur noch einen Ansprechpartner. Dieser Ansatz funktioniert, weil unsere Systemberater von der automatisierten Anwendung bis zur manuellen Handhabung die passende Lösung parat haben. Dabei kann es sich am Ende um einen Roboter-Greifer oder um einen Vakuum-Schlauchheber Jumbo handeln.“ Dabei wird vor allem auch der digitale Gedanke nicht außer Acht gelassen:„Seit Industrie 4.0 erwarten Anwender Komponenten und Systeme, die sie einfach in ihre digitale Fertigungsumgebung integrieren können. IO-Link- und NFC-Schnittstellen finden sie bei uns daher in nahezu jeder Produktgruppe der Vakuum-Automation. Für die manuelle Hebetechnik beschreiten wir erste digitale Wege mit der digitalen Produktakte. Hier geht es um eine sinnvolle Nutzung moderner Medien im analogen Handhabungsalltag. Über all dem schwebt das Thema „Internationalisierung“. Unsere Kunden wollen die Vakuum-Lösungen in all ihren weltweiten Produktionsstandorten einsetzen können.“

Flexible Greifer für nahezu jede Geometrie

In Live-Übertragungen in die Fertigungshalle konnten außerdem die aktuellsten Produkte von Schmalz in Aktion erlebt werden. Dazu erläuterte Dr. Maik Fiedler, Leiter Geschäftsfelder Vakuum-Automation und Vakuum-Handhabung: „Flexible Greiferkonzepte vervielfachen die Einsatzmöglichkeiten von Robotern und machen sie dadurch lukrativ. Wir entwickeln Vakuum-Greifer und -Erzeuger, die besonders vielseitig sind, die ebenso einfach implementiert werden können und Prozesse effizienter machen. Auch für schwierige Aufgaben wie den Griff in die Kiste halten wir Lösungen parat.“ Sei nicht der Handhabungsprozess die eigentliche Herausforderung, sondern stünden die zu greifenden Objekte einer Automatisierung im Weg, so könne Schmalz auch diese Hürde überwinden. „Es braucht flexible Greifer, die mit nahezu jeder Geometrie zurechtkommen, die individuell konfiguriert, schnell verfügbar und kostengünstig sind oder die der Anwender vor Ort variabel anpassen kann. Ein besonders sanfter Vertreter ist der Fingergreifer OFG. Er greift sachte formschlüssig zu und ermöglicht die Automatisierung auch in der lebensmittelverarbeitenden Industrie. So kommen Schokoküsse und Hähnchenschenkel unbeschadet und hygienisch in ihre Verpackung.“

Dass es nicht immer die Ein-Greifer-für-alles-Lösung sein kann, weiß auch Schmalz. Zusammen mit der Zimmer Group hat der Vakuum-Experte eine multifunktionale End-of-Arm-Plattform entwickelt. „Match ermöglicht einen schnellen und automatisierten Wechsel zwischen pneumatischen und mechanischen Greifern. Ein Steuerungsmodul weiß mit beiden Lastaufnehmern sowie dem Vakuum-Erzeuger und dem Roboter zu kommunizieren. Schnellwechseladapter und Einrichtungsassistent vereinfachen die mechanische sowie steuerungsseitige Anbindung“, wie Michael Schlaich, Leiter Geschäftsfeld Handhabungssysteme, erklärte. Er stellte außerdem das neue Produkt Jumbo Flex Picker vor. „Er ist eine autarke Lösung für das mobile Kommissionieren von bis 40 kg schweren Paketen, Werkstücken und Säcken. Anwender brauchen lediglich ein Flurförderzeug, um die Ergonomie an den gewünschten Einsatzort zu bringen.“

Aufgebaut ist der Jumbo Flex Picker aus verschiedenen Komponenten: Das Grundmodul beherbergt einen Akku, einen Vakuum-Erzeuger und die notwendige Steuerungstechnologie. Daran verschraubt sind Gabelzinken, die Schmalz in einer Euro-Variante und für GMA-Paletten in jeweils zwei Längen für ein oder zwei Paletten anbietet. Wahlweise rechts oder links an das Grundmodul ist eine Hubsäule montiert. Sie ist elektrisch verstellbar und erhöht zum einen den Hubbereich des Schlauchhebers und lässt sich zum anderen für den Transport einfahren. Sie trägt einen Kranausleger, an dem der ergonomische Vakuum-Schlauchheber hängt. Um den Jumbo Flex Picker an seinen Einsatzort zu bringen, unterfahren Anwender ihn mit ihrem bereits vorhandenen Flurförderzeug – wie beispielsweise einem Kommissionierer. Der Aufbau des Kranauslegers mit Knickarm ist patentiert. Er erlaubt den Einsatz des Jumbo Flex Pickers auch mit Fahrzeugen, die über eine doppelte Gabelzinkenlänge verfügen und bis zu zwei Paletten aufnehmen können.

Kratzerfrei zum Reifenhändler

Abschließend stellte Schlaich noch eine innovative Lösung für die Felgenhandhabung vor. „Die Ronlog GmbH liefert Leichtmetallfelgen in die ganze Welt. Vakuumheber und ein neuer Felgengreifer schützen die Felgen bei der Handhabung vor Kratzern und entlasten die Mitarbeiter beim Verpacken und Kommissionieren.“ Der Felgengreifer aus stabilem Kunststoff ist mit einem verblüffend einfachen Mechanismus ausgestattet. „Sobald der Anwender den Greifer in die mittlere Radnaben-Öffnung eingetaucht und dem JumboFlex den Befehl zum Hochheben gegeben hat, verriegelt ein Klappmechanismus das System“, wie Schlaich erklärt. Mit einer Hand lässt sich die Felge horizontal bewegen und zielgerichtet im Schaumstoffbett ablegen. Sobald kein Gewicht mehr am Vakuum-Schlauchheber hängt, klappt das untere bewegliche Lastaufnahmeelement des Greifers wieder nach unten und der Bediener kann ihn vorsichtig aus der Nabe führen. Schmalz hat alle Kanten abgerundet, sodass keine scharfen Ränder die polierten, lackierten oder glanzgedrehten Felgen beschädigen können.

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