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Robotersteuerung

Via Gesten den Industrieroboter steuern

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Das Fraunhofer-IWU hat eine neue Technologie entwickelt, die die intuitive Zusammenarbeit mit industriellen Großrobotern ermöglichen soll.

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Der Roboter erkennt das Bauteil, das die Mitarbeiterin hält und folgt behutsam ihrer Hand bis zur Übergabe des Werkstücks.
Der Roboter erkennt das Bauteil, das die Mitarbeiterin hält und folgt behutsam ihrer Hand bis zur Übergabe des Werkstücks.
(Bild: Fraunhofer-IWU)

Wirft man einen Blick in Produktionshallen, so ist die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter gang und gebe. Oder besser gesagt: Das Nebeneinander arbeiten. Schwerlastroboter sind zwar mittlerweile ohne Schutzzaun neben ihren menschlichen Kollegen tätig, eine direkte Interaktion ist allerdings nicht möglich. Aus Sicherheitsgründen stoppt der Roboter bisher seine Bewegung, sobald der Mensch einen großräumigen Sicherheitsbereich um ihn herum betritt.

Eine neuartige Technologie aus dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU steigert nun die Effizienz dieser Zusammenarbeit – und damit der gesamten Fertigung. „Wir haben die bisher eingesetzte Technologie um eine effektive, sichere und flexible Interaktion ergänzt“, sagt Dr.-Ing. Mohamad Bdiwi, Abteilungsleiter am Fraunhofer-IWU. „Der Mensch kann also erstmalig direkt mit Schwerlastrobotern kommunizieren und kooperieren.“

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Roboter erkennt menschliche Gesten

In der Produktion sieht diese Kooperation folgendermaßen aus: Betritt der Mensch den Arbeitsbereich rund um den Roboter, erkennt dieser dessen Gesten, Gesicht und Körperhaltung. Die Daten nutzt er zum einen, um die Zusammenarbeit sicher zu gestalten, zum anderen zur Steuerung. So kann der Mensch seinem metallenen Kollegen beispielsweise über Hand- und Armgesten Arbeitsaufträge geben – der Roboter analysiert dabei selbst komplexe Bewegungen.

„Unsere Technologie holt die Gestensteuerung in den Industriebereich. Denn bisher findet sie primär in Spielumgebungen Anwendung, etwa bei Konsolen“, ergänzt Bdiwi. Neben den Händen des Menschen behält der Roboter auch dessen Gesicht „im Blick“: Schaut der Mensch zur Seite oder nach hinten, weil er sich etwa mit einem dort stehenden Kollegen unterhält, weiß die Maschine, dass die Armbewegungen nicht ihr gelten. Mensch und Roboter können direkt zusammen arbeiten und sich auch Werkstücke oder Werkzeuge überreichen. Ist die Hand des Werkers zu nah an seinem Gesicht, sodass eine Übergabe Gefahren bergen würde, erkennt der Roboter dies und wartet ab, bis der Werker oder die Werkerin ihm seine Hand weit genug entgegenstrecken. Herzstück dieser Mensch-Roboter-Interaktion sind intelligente Algorithmen und 3D-Kameras, die dem Roboter als „Auge“ dienen.

Einsatzbereite Algorithmen

Auf der Preview der Hannover Messe am 24. Januar 2019 stellten die Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-IWU ihre Entwicklung vor. Auf der Hannover Messe vom 1. bis 5. April 2019 präsentieren sie den Besucherinnen und Besuchern eine Demo-Applikation, die sich interaktiv durch Gesten steuern lässt (Halle17, Stand C24).

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