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In-Mould-Decoration (IMD) auf der K 2019

Von der Dekorfolie direkt zum 3D-Bauteil

| Autor / Redakteur: Reinhard Bauer / Peter Königsreuther

Leonhard Kurz nutzt Wittmann-Battenfeld-Spritzguss-Fertigungszellen für die automatisierte In-Mould-Decoration. Gleichzeitig will man die Ausformung von Ecken und Randbereichen optimieren. Hier ein PMD-Insert (Print-Mould-Design) kombiniert mit einem gedruckten kapazitiven Polyic-Sensor auf der Formteil-Innenseite. Wittmann Battenfeld zeigt im Rahmen der K 2019 ähnliche Anwendungen in Halle 15 am Stand C06.
Leonhard Kurz nutzt Wittmann-Battenfeld-Spritzguss-Fertigungszellen für die automatisierte In-Mould-Decoration. Gleichzeitig will man die Ausformung von Ecken und Randbereichen optimieren. Hier ein PMD-Insert (Print-Mould-Design) kombiniert mit einem gedruckten kapazitiven Polyic-Sensor auf der Formteil-Innenseite. Wittmann Battenfeld zeigt im Rahmen der K 2019 ähnliche Anwendungen in Halle 15 am Stand C06. (Bild: Kurz)

Zwei Produktionszellen von Wittmann Battenfeld sorgen bei Leonhard Kurz für neue Möglichkeiten beim Design und bei der Herstellung von Dekor- und Funktionsbeschichtungen auf Kunststoffteilen.

Die Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG mit Ihrem Stammsitz in Fürth entwickelt und produziert dekorative und funktionelle Beschichtungen für unterschiedlichste Kunststoffanwendungen, die mittels Trägerfolien beim Spritzgießen auf die Kunststoffteile übertragen werden. Die aktuellen Anstrengungen der Fürther Experten gilt dabei unter anderem der Optimierung der 3D-Verformung an Ecken und entlang der Formteilumrisse. Um das Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auch auf zwei Produktionszellen auf Basis der servohydraulischen Smartpower-Spritgießmaschine des Unternehmens Wittmann Battenfeld, die 1200 respektive 2100 kN Schließkraft erreichen. Eine Zielbranche dieser Entwicklungen ist die Automobilindustrie.

Weil das Auto zum Wohnzimmer wird

Das Automobil ist für viele von uns zu einer Art zweitem Wohnzimmer geworden, in dem wir tendenziell immer mehr Zeit verbringen, der Zunahme der Verkehrsdichte sei zweifelhafter Dank. Aber anders, als dort zu entspannen, sind wir einer Reihe von Stressfaktoren ausgesetzt. Als Kompensationsmaßnahmen haben die Autohersteller in den letzten Jahren zunehmend in die Verbesserung der Ergonomie, in Assistenzsysteme, aber auch in die „Wohnlichkeit“ des Fahrerumfeldes investiert, insbesondere durch die Verbesserung der Oberflächen-Umgebung. Dazu zählt das Beschichten harter Verkleidungsteile mit Softtouch-Elastomeren, das Lackieren, das Bedrucken oder die Kombination aus dekorierten Oberflächen und Strukturteilen. Insbesondere Letzteres erweist sich durch die Fortschritte in der Folientechnik als die Methode mit dem größten Innovationspotenzial, wie deutliche Zuwachsraten auch belegen.

Kleine IMD-Historie in Sachen Kunststoffteile

Bereits seit den 1980er-Jahren spielen Folien eine zunehmend wichtige Rolle für die Oberflächengestaltung von Kunststoffteilen. Zu Beginn hauptsächlich als Trägerfolien für Metallschichten zur Übertragung auf einen Kunststoffteil durch Heißprägen. Daraus abgeleitet erlangte die Folie als Transfermedium zur Übertragung von Designschichten / Druckdekors während des Spritzgießprozesses wachsende Bedeutung. Dafür wird das Rolle-zu-Rolle-Transferverfahren (IMD = In-Mold-Decoration im Transferverfahren) eingesetzt. Ein speziell von Kurz entwickeltes Folienvorschubgerät zieht die beschichtete Folienbahn (meist aus Polyester) zyklussynchron durch das offene Spritzgießwerkzeug, dabei können Endlosdesigns mittels Wegsteuerung und auch Einzelbilddekore mittels Lichtleiterpositionierung gesteuert werden. Die IMD werkzeugspezifische Klemmrahmen und Vakuumtechnik sorgt dann für eine passgenaues halten und einziehen in die Werkzeugkavität. Anschließend wird das Lacksystem „hinterspritzt“ und geht dabei eine haftende Verbindung mit dem Kunststoff ein. Nach der Trennung des Folienträgers vom Lacksystem beim Werkzeugöffnungsvorgang, wird das inline dekoriert Bauteil normal entformt. Bei dieser Dekorationsmethode spricht man auch von einem „Trockenlack- Dekorationssystem“ (Schutzlack inkludiert).

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