Solarenergie

Wüstenstromprojekte sind auf dem Weg zu Rekorden

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Stromgestehungskosten für Solarthermie deutlich gesunken

Die Stromgestehungskosten von solarthermischen Kraftwerken sind in den letzten fünf Jahren um rund ein Drittel auf etwa 14 bis 18 Euro-Cent pro Kilowattstunde gefallen und haben nach Aussagen des europäischen Industrieverbandes Estela das Potenzial, in den nächsten zehn Jahren die 10-Cent-Marke zu unterschreiten. Zur Vermarktung wurde in Deutschland das Netzwerk deutsche CSP gegründet. Es soll die Kräfte der heimischen CSP-Industrie bündeln. Hinter dem Kürzel CSP verbirgt sich der englische Ausdruck Concentrated Solar Power, der üblicherweise für die solarthermische Stromerzeugung verwendet wird. Mitgliedsunternehmen sind Eon, Bilfinger, Schott und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Balke Dürr sowie MAN Diesel und Turbo. Man wandte sich in einem Positionspapier an den Deutschen Bundestag und formulierte: „Entlang der Wertschöpfungskette sind deutsche Unternehmen in einer sehr guten Ausgangsposition, um von dem erwarteten Marktvolumen von jährlich circa 15 Mrd. Euro bis 2018 zu profitieren.“

Zu dem Thema fand 2013 die vierte DII GmbH Desert-Energy-Konferenz in Skhirat (Marokko) statt. Zugegen waren der marokkanische Minister für Energie, Abdelkader Amara, sowie fast 300 Teilnehmer aus Wirtschaft, Industrie und Regierung. Diese diskutierten über die Zukunft des Wüstenstromprojekts. Um die DII GmbH hatte es im vergangenen Sommer viele Schlagzeilen gegeben, weil die Desertec Foundation und auch die Geschäftsführerin Aglaia Wieland das Unternehmen verließen.

DII fasst nach Turbulenzen wieder Tritt

Dazu meinte DII-Pressesprecher Klaus Schmidtke auf der Konferenz: „Die Turbulenzen im vergangenen Sommer haben uns sicher nicht gut getan. Aber das liegt hinter uns und der Erfolg der Wüstenstromidee wird immer sichtbarer. Gerade hier in Marokko gibt es ein erhebliches Interesse an erneuerbaren Energien.“ Zurzeit wird die DII zu einer permanenten Organisation gemacht. Nach der Gründung im Jahr 2009 sah der Gesellschaftsvertrag zunächst eine Dauer von drei Jahren vor. Dieser wurde dann um weitere zwei Jahre verlängert. Nach 2014 soll die DII dann zu einer stetigen Gesellschaft gemacht werden. Dafür wird aktuell ein Geschäftsmodell entwickelt. Finanzierte man sich bislang ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, sollen jetzt auch kommerzielle Einnahmequellen gefunden werden. Schwerpunktthemen sind bisher die Entwicklung in Marokko, Tunesien und Algerien. Für Algerien wurde gerade eine neue Studie aufgelegt. Nach dem Ausscheiden der Geschäftsführerin Wieland sowie dem Weggang der Gesellschafter Bosch und Siemens ging kein Riss durch die Mannschaft, sondern es wird wieder an Sachthemen gearbeitet. Dabei seien bei der Hälfte der Erneuerbare-Energien-Projekte in der Mena-Region Partner der DII involviert, sagte Schmidtke weiter. Dazu äußerte der verbliebene Geschäftsführer Paul van Son: „Die Entwicklung von erneuerbaren Energien kommt in den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens richtig in Gang. Ich freue mich sehr über die Fortschritte in den letzten Jahren. Das übertrifft alle Erwartungen.“

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