Instandhaltung

Zeitgemäße Strategien für die Instandhaltung von Logistikanlagen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Entsprechende Anforderungen an die regelmäßige Sichtkontrolle und die Expertenprüfung ortsfester Regalsysteme aus Stahl sind in der Norm DIN EN 15635 festgelegt. Diese besagt, dass regelmäßig eine Kontrolle mit Blick auf erkennbare Deformationen, Beschädigungen und Fehlteile zu erfolgen hat und abgeklärt werden muss, ob die Sicherheitsrichtlinien gemäß BGR 234 erfüllt sind. Zusätzlich wird ein wöchentlicher Regalcheck gefordert.

Die drei Strategien für die richtige Wartung im Betrieb

Auf die Wartung und Prüfung folgt das Herzstück der Instandhaltung – die Instandsetzung und Verbesserung. Die vorangegangene Analyse der Anlage zeigt Optimierungspotenziale und Konsequenzen für die zukünftige Nutzung auf. Telogs empfiehlt seinen Kunden, nicht nur ausschließlich die vorgegebenen Richtlinien zu berücksichtigen, sondern sich besonders auf die wichtigen Förderelemente und Bauteile zu konzentrieren. Das bedeutet, dass Verschiebewagen und Loops, die meist eine Schlüsselposition in der Anlage einnehmen, häufiger inspiziert werden sollen als weniger kritische Förderelemente. Selbiges gilt für herstellertypische Schwachstellen. Eine professionelle Instandhaltung ist zudem stets auf die Erhaltung einer hohen Anlagenverfügbarkeit ausgerichtet. Sie zeichnet sich daher durch kontinuierliches und vorbeugendes Handeln aus. Des Weiteren muss nach den berufsgenossenschaftlichen Regeln BGR 198 und BGI 826 die persönliche Schutzausrüstung für Arbeiten in der Höhe stets in einem funktionsfähigen Zustand sein. Die Prüfung durch eine befähigte Person soll den betrieblichen Einsatzbedingungen entsprechend erfolgen – mindestens jedoch einmal jährlich.

Das Arbeiten an der Anlage wird zunehmend schwerer

Neben den gesetzlichen Bestimmungen stecken die individuellen Anforderungen an die Logistik sowie die Betriebszeiten der Anlage den Rahmen für die Entwicklung des Instandhaltungskonzepts. Dabei macht die heutige Logistik mit ihren kurzen Lieferzeiten, kleineren Sendeeinheiten und verdichteten Beständen das Arbeiten an der Anlage zunehmend schwerer (Bild 4). Um den Betrieb nicht zu beeinträchtigen, sind die Zeitfenster für die Instandhaltung sehr klein und liegen meist außerhalb der Arbeitszeiten.

Zur Realisierung der erforderlichen Arbeiten stehen dem Betreiber mehrere grundsätzliche Strategien zur Verfügung. Eine klassische Organisation ist die Wartung mit eigenen Ressourcen. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass die Verantwortlichen die Anlage bis ins kleinste Detail kennen und beispielsweise Verschleißerscheinungen häufig aufgrund veränderter Laufgeräusche frühzeitig bemerken. Nachteilig allerdings ist, dass durch die Komplexität der Anlagen für die Instandhaltung oftmals umfangreiches Know-how und spezielle Werkzeuge notwendig sind, die entsprechende Investitionen in Material und Schulungen der verantwortlichen Mitarbeiter erfordern.

(ID:34450220)