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Strahlen/Beschichten

Die Farbe hält jetzt dreimal länger

| Autor: Stéphane Itasse

Ihre Maschinen arbeiten bei Wind und Wetter draußen, werden mechanisch stark beansprucht und kommen mit aggressiven Substanzen in Kontakt: Entsprechend hoch sind die Anforderungen der Landmaschinenhersteller an die Oberflächentechnik. Ein Hersteller von Zuckerrüben-Erntemaschinen hat daher beim Bau einer Montagehalle auch die Beschichtung auf einen neuen Stand gebracht.

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Landmaschinen-Gestelle dieser Art werden bei Ropa in einer neuen Anlage komplett gestrahlt.
Landmaschinen-Gestelle dieser Art werden bei Ropa in einer neuen Anlage komplett gestrahlt.
(Bild: Itasse)

Über 30 Mio. Euro hat die Ropa Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH im niederbayerischen Herrngiersdorf nach eigenen Angaben in Fertigungstechnik mit Kugelstrahl- und Pulverbeschichtungsanlagen investiert. Mit den neu errichteten, 2,7 ha umfassenden Werkshallen für das Montagewerk erweitert der Hersteller von Zuckerrüben- und Kartoffelerntemaschinen sein Firmengelände auf insgesamt 17 ha.

Firmengründer und Geschäftsführer Hermann Paintner wollte damit die Langlebigkeit der Maschinen und insbesondere die Qualität der Lackierung optimieren. So wurde auf 12.000 m² ein Lackierzentrum mit Kugelstrahl- und Beschichtungsanlagen errichtet.

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Strahlen sorgt für gute Lackhaftung

Die neuen Beschichtungsanlagen von Rippert sind auf lösemittel- und emissionsfreie Pulverlacke ausgelegt. Aufgrund der Schichtstärken von 60 bis 120 µm sind die eingebrannten Lacke gegen mechanische Beanspruchung wesentlich beständiger und bieten gegenüber Nass- und Tauchlackierverfahren eine deutlich größere Witterungs- und Säurestabilität. „Die Farbe hält jetzt dreimal länger als vorher“, freut sich Paintner.

Zur Verbesserung der Lackhaftung werden die Maschinenkomponenten vor dem Beschichten mit Stahlkugeln und Granulaten in Anlagen von Agtos gestrahlt, sodass Zunder und Flugrost sicher beseitigt werden. „Damit der Lack richtig hält, ist eine bestmögliche Vorbehandlung notwendig“, betont Paintner. Auf der dadurch aufgerauten Oberfläche kann sich der Lack regelrecht verzahnen, was insbesondere auch auf lasergeschnittenen Kanten zu einer wesentlich verbesserten Lackhaftung führt.

Eigene Strahlanlagen für Klein- und Großteile

Ropa verfügt in seiner neuen Halle über je eine Strahl- beziehungsweise Pulverbeschichtungsanlage für Kleinteile und für Großteile. Wobei der Begriff „Kleinteile“ relativ ist: Diese Anlagen nehmen Werkstücke bis zu 6 m × 2 m × 3 m auf. Bei der Großteileanlage sind es sogar 10 m × 3,5 m × 4 m, sie erreicht damit beachtliche Dimensionen: Der Hüllkreisdurchmesser der Werkstücke kann 5000 mm erreichen, die maximale Werkstücklänge sogar 13.000 mm. Das Maximalgewicht der Werkstücke liegt bei 10 t, hinzu kommen circa 1,5 t Strahlmittel. Bei Teilen bis 11.500 mm Länge beträgt die Strahlzeit ungefähr 120 min. Das Strahlmittel bringen bei der großen Anlage sechs Turbinen mit je 37 kW Leistung auf, bei der kleinen Anlage sind es 16 Turbinen mit jeweils 11 kW.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt