IFR Gefühlvoller Greifer und scharfe Roboteraugen für IERA nominiert

Redakteur: Katharina Juschkat

Für den renommierten Roboter-Award IERA sind zwei Anwendungen nominiert: Ein feinfühliger Greifer, der selbst dünnes Glas greifen kann, und Roboteraugen mit höchster Auflösung und Genauigkeit. Die Nominierten im Detail.

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(Bild: Ontobot)

Beim „Award for Innovation and Entrepreneurship in Robotics & Automation“ (IERA) geht es um Roboter mit neuen Fertigkeiten, mit denen Sie künftig ihre menschlichen Kollegen am Arbeitsplatz unterstützen können. Der IERA-Award ist eine renommierte Auszeichnung und wird gemeinsam von der IEEE Robotics and Automation Society (IEEE/RAS) und der International Federation of Robotics (IFR) verliehen. Nominiert sind zwei Entwicklungen:

  • Intelligenter Greifer RG2-FT (Onrobot): Mit den Fingerspitzen „ertastet“ die künstliche Hand empfindliche Materialien wie dünnes Glas oder medizinische Testproben und reicht sie an den menschlichen Kollegen weiter.
  • Motioncam-3D (Photoneo): Die hochauflösende Kamera erfasst bewegte Objekte über einen 3D-Scan und liefert Industrierobotern die aktuell schärfsten Augen der Welt.

Fingerspitzengefühl in der Roboterhand

Der feinfühlige Greifer orientiert sich mit Nährungssensoren und kann empfindliche Gegenstände greifen.
Der feinfühlige Greifer orientiert sich mit Nährungssensoren und kann empfindliche Gegenstände greifen.
(Bild: Ontobot)

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Der Greifer RG2-FT soll laut Hersteller in Sachen Fingerspitzengefühl mit einer menschlichen Hand vergleichbar sein. Er kann sehr empfindliche Werkstücke etwa aus dünnem Glas oder medizinische Testproben vorsichtig greifen und handhaben. Aufgrund seines Tastsinnes ist der Roboter nicht mehr auf die genaue Position und Anordnung des Werkstückes angewiesen.

Für diese Fertigkeit setzt der Greifer Näherungs- und Kraft-Drehmoment-Sensoren ein. „Das kann man sich in etwa so vorstellen, wie wenn ein Mensch mit geschlossenen Augen einen Bleistift ertastet und in die Hand nimmt,“ erklärt Enrico Krog Iversen, CEO von Onrobot.

Näherungssensoren erfühlen das Objekt, bis der Greifer es sicher fassen kann und ersetzen damit das menschliche Auge eines Maschinenführers. Der Kraftaufwand wird dabei präzise dosiert, sodass der Greifer einen Gegenstand zentriert greift und bei der Übergabe an den Menschen im richtigen Moment loslässt.

Scharfe Augen für den Roboter

Die Motioncam-3D stattet Roboter mit scharfen Augen aus, „mit der weltweit höchsten Auflösung und Genauigkeit“, erklärt Jan Zizka, CEO des slowakischen Herstellers Photoneo.

Die Kamera kann Objekte erfassen, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h fortbewegen. Nützlich ist das zum Beispiel im Onlinehandel oder der Logistik, um Objekte zu sortieren oder für autonome Liefersysteme. Auch in der Lebensmittelverarbeitung, Abfallsortierung oder als Assistenzsystem bei der Ernte in der Landwirtschaft helfen die Augen.

Die Präsentation der nominierten Produkte findet virtuell am 9. Dezember zum 52. Internationalen Symposiums für Robotik ISR statt. Die Verleihung folgt am 10. Dezember.

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