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Energierückgewinnung

Neue Turbinentechnologie nutzt überschüssige Energie

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Get im ORC-Minikraftwerk an der Universität Bayreuth.
Die Get im ORC-Minikraftwerk an der Universität Bayreuth. (Bild: Deprag Schulz)

Mit Hilfe der Druckluftechniktechnik lässt sich Energie aus Wind oder Sonne kurzzeitig auch im kleineren kW-Bereich speichern. Das passende System dafür offeriert der Amberger Drucklufttechnik-Spezialist Deprag Schulz mit seinem Get-Turbinengenerator.

Hochwasserkatastrophen im vergangenen Jahr, ein milder Winter wie schon lange nicht mehr, Temperaturen im Januar wie im Frühling. Das Klima ändert sich, die Häufung von extremen Wettersituationen ist mehr als deutlich. Klimaschutz und effiziente Energienutzung sind wichtiger denn je. Es ist höchste Zeit, Energie sinnvoll zu nutzen.

In der Europäischen Union gab und gibt es Bestrebungen, die Emission des Klimakillers CO2 bis 2020 nicht nur um 20 %, sondern um 30 % zu reduzieren, und dieses Ziel verbindlich festzuschreiben. Forschung und Industrie sind aufgerufen, innovative Projekte zum Klimaschutz aufzulegen.

Kompakte Rückgewinnungsanlage für geringe Mengen von Restenergie

Und die Möglichkeiten sind vielfältig. Ungenutzte Potentiale warten auf ihre Verwertung. Bereits 2010 stand ein ehrgeiziges Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Energierückgewinnung, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wurde bei der Deprag Schulz GmbH & Co. kurz vor der Serienreife.

Die zu Grunde liegende Idee: „In vielen industriellen Prozessen entweicht Prozessgas ungenutzt in die Atmosphäre. Der Ausgangspunkt war, diese Gase energetisch nutzbar zu machen.“ Dabei war die Rückgewinnung von Energie aus Prozessgasen nicht neu. Dr.-Ing. Rolf Pfeiffer erklärte dazu: „Neu ist aber, dass mit unserer Entwicklung in einer kleinen, kompakten, dezentralen Energierückgewinnungsanlage auch geringe Mengen von Restenergie im Leistungsbereich von 5 bis 20 kW in Strom umgewandelt werden können.“

Prof. Dr.-Ing. A. P. Weiß von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden sieht für dieses System in der Zukunft großes Potenzial: „Druckluftsysteme könnten zukünftig verstärkt Anwendung bei der dezentralen Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie finden. Mit dem innovativen Get-Turbinengenerator der Deprag könnte die CAES (Compressed Air Energy Storage) benannte Kurzzeitspeicherung von Wind- oder Sonnenenergie auch im kleinen kW-Bereich ein neues Anwendungsgebiet der Drucklufttechnik darstellen.“

Prototyp von 2010 jetzt fertig entwickelt

Jetzt hat die Deprag Schulz GmbH & Co. ihren damaligen Prototypen für den Leistungsbereich von 3 bis 50 kW elektrisch in den Baugrößen 5 kW, 20 kW und 50 kW fertig entwickelt. Diese Baugrößen werden auf den jeweiligen Prozess individuell konfiguriert.

Zur strömungsmechanischen Auslegung und Konstruktion des Turbinengenerators ist es notwendig, die spezifischen Prozessparameter: Art des Mediums, Eingangsdruck, Ausgangsdruck, Massenstrom, Eingangstemperatur und Ausgangstemperatur zu definieren. Zudem benötigen die Deprag-Fachleute eine Anwendungs- und Prozessbeschreibung zur Integration des Get-Turbinengenerators in den Prozess.

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