Schutzkleidung Private Schuheinlagen können den Versicherungsschutz aufheben
Um die persönliche Schutzausrüstung (PSA) kommt kaum Jemand in der Industrie herum. Dabei spielt der Sicherheitsschuh eine große Rolle. So wie sich die Industrie verändert, verändert sich auch die Gesellschaft, deshalb müssen selbst Schuhe mehr können und sich beispielsweise an orthopädische Veränderungen flexibel anpassen.
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Ganz ohne Handarbeit wird es in der automatisierten Industrie vorerst nicht gehen. So auch bei der WPS CNC-Technik GmbH im hessischen Dillenburg. Dort transportieren die Mitarbeiter die zu verarbeitenden Werkstücke über eine Kranbahn oder mit einem Hubwagen. Dabei kann eine kurze Unachtsamkeit ernsthafte Folgen haben, auch für die Füße. Sind sie nicht richtig geschützt, sind Verletzungen vorprogrammiert, etwa wenn ein Stahlblock von oben auf den Fuß fällt oder ein Hubwagen versehentlich über den Fuß rollt.
Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1 mit Zehenschutzkappen
Wer in dem Betrieb in Dillenburg im Einsatz ist, muss daher wenigstens Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1 tragen. Bei solchen Modellen gehören Zehenschutzkappen aus Stahl oder Kunststoff gemäß der europäischen Norm 20345 zur Standardausstattung. Die vorgeschriebene Schutzfunktion ist beim Schuhkauf allerdings nur ein Kriterium. Zusätzlich kommt es Mitarbeitern darauf an, dass der Schuh so bequem wie möglich sitzt. Schließlich müssen die Sicherheitsschuhe täglich wenigstens acht Stunden getragen werden. Bei der Arbeit in den Hallen der WPS CNC-Technik GmbH stehen die Angestellten größtenteils über einen längeren Zeitraum auf Gummimatten oder harten Betonböden an Maschinen, ohne dabei häufig die Position zu wechseln.
Klimamembran erlaubt Luftzirkulation
Die Füße werden auf diese Weise permanent belastet. Deshalb muss die Passform stimmen, die Schuhe müssen sitzen und ausreichend Platz bieten. Hersteller wie der Sicherheitsschuhspezialist Elten bieten inzwischen besonders leichte Modelle an, die vom Tragegefühl her kaum von einem Freizeitschuh zu unterscheiden sind. Viele dieser Modelle bieten insbesondere bei warmen Temperaturen einen weiteren Vorteil: Für ein angenehmeres Tragegefühl sind sie mit einer Klimamembran ausgestattet. Diese erlaubt eine Luftzirkulation und transportiert Schweiß nach außen hin ab. So fühlt sich der Sicherheitsschuh auch nach mehreren Stunden am Fuß noch angenehm an.
10 % aller Arbeitnehmer brauchen orthopädische Zurichtung
Bei der Suche nach einem passenden Sicherheitsschuh spielt noch ein weiteres Kriterium eine Rolle: die Möglichkeit einer orthopädischen Zurichtung. Rund 10 % aller Arbeitnehmer sind durch eine Fußfehlstellung auf Einlagen angewiesen, sowohl im Privatleben als auch im Job.
Was viele in diesem Zusammenhang nicht wissen: Sie dürfen ihre privaten Einlagen nicht einfach für ihre Sicherheitsschuhe verwenden, denn das kann Folgen haben. Schon kleine unsachgemäße Veränderungen an der PSA können im schlimmsten Fall bedeuten, dass der Versicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft nicht mehr gewährleistet ist. Die Berufsgenossenschaftliche Regel (BGR) 191 schreibt daher seit einigen Jahren verbindlich vor, was beachtet werden muss, damit Sicherheitsschuhe auch nach einer orthopädischen Zurichtung bei der Arbeit noch getragen werden dürfen. Diese Maßgaben setzen Sicherheitsschuhhersteller längst um – und bieten Arbeitnehmern bei der Suche nach dem passenden Fußschutz zahlreiche Lösungen an. Bei Elten etwa sind 90 % aller Modelle für eine orthopädische Zurichtung zugelassen.
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