Suchen

Mikrozerspanen

Schunk-Polygonspannfutter verhelfen Chopard zu edlen Chronometern

| Autor: Heinold Kostner

Um in der Zerspanung Toleranzen von wenigen Mikrometern einzuhalten, sind Spannmittel mit einer hohen Rundlaufgenauigkeit erforderlich. Daher setzt der Schweizer Uhrenhersteller Chopard in der Mikrozerspanung auf die Polygonspanntechnik und konnte so die Prozessstabilität deutlich steigern.

Firmen zum Thema

Bild 3: Die präzise gefertigten Rohteile aus der CNC-Werkstatt werden von erfahrenen Uhrmachern von Hand veredelt und montiert.
Bild 3: Die präzise gefertigten Rohteile aus der CNC-Werkstatt werden von erfahrenen Uhrmachern von Hand veredelt und montiert.
(Bild: Chopard)

Die Chronometer der Uhrenmanufaktur Chopard sind eine Symbiose aus Design, moderner Technik und traditionellem Handwerk. Die L.U.C-Kollektionen werden komplett im Hause Chopard konstruiert, gestaltet und inklusive aller Komponenten und Werke gefertigt (Bild 2). Selbst das verwendete Gold gießt Chopard nach einer eigenen Mischung.

Werkzeugspannmittel auf dem Prüfstand

Grundlage für die aufwendige Handarbeit (Bild 3) der hoch spezialisierten Uhrmacher von Chopard ist die präzise gefertigte Ausstattung aus der eigenen CNC-Werkstatt. Zwei komplett eigenständige Teams sind dort für die Bearbeitung der Uhrengehäuse zuständig – ein Team für Teile aus rostfreiem Stahl und Titan, eines für Teile aus Gold.

Bildergalerie

Während die Prozesse in der Stahlbearbeitung eher den Charakter einer Serienfertigung aufweisen, gleicht die Goldbearbeitung mehr der Herstellung von Kleinstserien oder Einzelstücken. Die Investition in neue Produktionsmittel war für die Verantwortlichen ein idealer Ausgangspunkt, um die internen Prozesse komplett neu zu gestalten und entsprechend den jeweiligen Anforderungen an die unterschiedlichen Materialien anzupassen. Dabei wurden auch die Werkzeugspannmittel auf den Prüfstand gestellt.

Spindel und Werkzeughalter bilden ein Gesamtsystem

Vor der Neuorganisation wurden Spannzangenfutter genutzt. Bei jeder Abweichung stellte sich die Frage, ob das Problem von der Spindel, vom Werkzeughalter oder vom Werkzeug verursacht wurde. Aus diesem Grund haben die Spezialisten für Mikrozerspanung auf einem neuen Dreh-Fräszentrum 508 MT von Willemin Macodel mit HSK-E-40-Schnittstelle unterschiedliche Spannmittel getestet. Dabei hat sich die Tribos-Polygonspanntechnik von Schunk als zuverlässigstes Spannmittel erwiesen, denn damit bilden die Spindel und der Werkzeughalter ein Gesamtsystem, das sehr sicher und zuverlässig ist (Bild 1).

Mit einer Rundlauf- und Wiederholgenauigkeit < 0,003 mm bei einer Ausspannlänge von 2,5 × D und einer Wuchtgüte G 2.5 bei 25.000 min-1 erfüllt die Tribos-Polygonspanntechnik hohe Anforderungen. Weil das Spannsystem ohne bewegliche Teile arbeitet, ist es mechanisch unempfindlich und gewährleistet eine nahezu wartungs- und verschleißfreie Spannung. Dauertests bei Schunk belegen, dass auch bei tausendfach wiederholten Spannvorgängen keinerlei Materialermüdung auftritt. Rundlaufgenauigkeit und Drehmoment bleiben dauerhaft erhalten. Damit ist das System anderen Spanntechniken deutlich überlegen. Die HSC-tauglichen Werkzeughalter sind für alle Werkzeugschäfte in h6-Qualität geeignet und je nach Typ mit bis zu 205.000 min-1 getestet.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42216111)