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Zur Installation auf See werde die HGÜ-Plattform von Schleppern direkt über die Unterkonstruktion gezogen. Die Unterkonstruktion der Plattform hatte Siemens nach eigenen Angaben bereits 2013 in der dort 39 m tiefen Nordsee installiert. Zur Befestigung seien sechs Stahlpfeiler mit je 2,5 m Durchmesser und 8 cm Wandstärke rund 50 m tief im Meeresboden verankert worden. Mit 83,5 m seien diese Pfeiler nur 10 m kürzer als die New Yorker Freiheitsstatue samt Sockel.
Plattform zur Hochspannungs-Gleichstromübertragung von Siemens wiegt 12.000 t
Wenn die Plattform direkt über der Unterkonstruktion ausgerichtet ist, können beide Teile passgenau ineinander gefädelt werden, wie es heißt. Dies sei der kritische Teil der ganzen Installation, der eine sehr ruhige See erfordere und bei schlechten Wetterbedingungen nicht durchführbar sei. Sei dieser Vorgang geglückt, werde die Plattform mittels einer hydraulischen Hubvorrichtung nach oben gehoben, was auch als „Aufjacken“ bezeichnet werde. Als Schutz vor Jahrhundertwellen befinde sich die Plattform rund 20 m über dem Meeresspiegel.
Die mit einem Hubschrauberlandeplatz ausgestattete Plattform wurde von Nordic Yards in der Werft in Warnemünde hergestellt, wie es heißt. Die Werft habe Siemens mit der Fertigung von insgesamt drei HGÜ-Plattformen beauftragt. Die Borwin2-Plattform wiege 12.000 t und sei 72 m lang sowie 54 m breit. Auf sieben Decks bei 25 m Gesamthöhe beherberge sie neben der HGÜ-Technik auch ein Wohnquartier.
Für die nachfolgende Projektphase in der Nordsee seien zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort tätig. Sie würden nun für den Transport zugeschweißte Türen wieder öffnen und weitere Transportsicherungen sowie Ballastgewichte entfernen und zunächst die maritimen Gewerke wie Positionsleuchten und Funkanlagen in Betrieb setzen sowie Klimaanlage und Wasseraufbereitung in Gang setzen. Eine selbstfahrende Hubplattform, also eine mobile Versorgungs- und Unterkunftsinsel, werde vor Ort Verpflegung und Quartiere für die Mannschaft bereitstellen.
Steuerungen der Plattformen zur Hochspannungs-Gleichstromübertragung von Land aus
Die Plattformen sind laut Siemens voll automatisiert und können nach der Inbetriebsetzung von Land aus komplett überwacht und gesteuert werden. Kameras und Sensoren ermöglichten dabei ein vollständiges Bild über den jeweiligen Betriebszustand. Die Mannschaftsquartiere auf der Plattform könnten dann bei Wartungsarbeiten genutzt werden. Siemens sei von Tennet für zunächst fünf Jahre mit der Wartung der Netzanbindung beauftragt worden.
Die speziellen Gegebenheiten und Herausforderungen solcher Projekte erforderten eine passende Risikoabsicherung. Bei den Netzanbindungsprojekten in der Nordsee kämen individuelle Versicherungskonzepte zum Tragen, die von der Insurance-Einheit von Siemens Financial Services (SFS Insurance) mitentwickelt worden seien. Von den Versicherungen abgedeckt seien Sachschäden an Plattform und den Einbauten während Bau, Verschiffung und in der Gewährleistungszeit.
„Erneut haben wir die kritische Offshore-Installation gemeistert. Wir sind auf der Zielgeraden zur versprochenen Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2015. Über die beiden bisher von uns installierten Plattformen können nach Inbetriebnahme mehr als 1,3 Millionen Haushalte versorgt werden“, sagte Karlheinz Springer, CEO der Division Power Transmission im Sektor Energy der Siemens AG. „Wir sind stolz darauf, diese hochkomplexen Aufgaben gemeistert zu haben“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von Tennet. „In den kommenden Monaten machen wir beim Offshore-Ausbau einen großen Schritt voran“, so Hartman weiter. „Damit rücken die Offshore-Ausbauziele der Bundesregierung in greifbare Nähe“.
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