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Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

So können Chefs das Krankfeiern endgültig abstellen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Wirklich krank oder nur vorgetäuscht? Professionelle Ermittlungen können diskret Klarheit schaffen.
Wirklich krank oder nur vorgetäuscht? Professionelle Ermittlungen können diskret Klarheit schaffen. (Bild: Detektei Lentz/ Bernd Leitner Fotodesign – Shutterstock.com)

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33,5 Mrd. Euro haben deutsche Unternehmen 2012 für Entgeltfortzahlungen ausgegeben. Diese Sozialleistung ist für viele Mittelständler eine große Belastung. Doch nicht immer sind die Abwesenheiten wirklich gesundheitlich bedingt: Allein im letzten Jahr meldeten sich schätzungsweise 21 % der insgesamt 29 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland ohne jeden Grund arbeitsunfähig.

Den Arbeitgebern aber sind die Hände gebunden: Ohne entsprechende Beweise können sie Blaumacher kaum in ihre Schranken weisen. Warum Unternehmer trotzdem nicht zuschauen sollten, wie arbeitsunwillige Mitarbeiter die Firma schädigen – und welche Möglichkeiten es gibt, dem Krankfeiern ein Ende zu setzen, berichtet die Detektei Lentz.

Krankheitstage verursachen hohe Kosten für die Arbeitgeber

Schätzungsweise 34 Mio. bezahlter Arbeitstage gingen Jahr für Jahr auf das Konto von Blaumachern – zum Schaden ihrer Arbeitgeber. Die gesetzliche Grundlage dafür biete das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), das vorschreibt, dass der Arbeitgeber das Gehalt voll weiter zu zahlen hat, wenn der Mitarbeiter unverschuldet erkrankt und nicht zum Dienst antreten kann. Dieser Anspruch bestehe vom ersten bis zum 42. Kalendertag – eine soziale Errungenschaft aus dem 19. Jahrhundert, die international beispiellos sei und Unternehmer mitunter teuer zu stehen komme.

Werde ein Mitarbeiter krank, blieben Projekte unbearbeitet und Wichtiges unerledigt. Meist müssten andere Mitarbeiter die Aufgaben zusätzlich zu ihrem eigenen Arbeitspensum übernehmen: Da auch kranke Mitarbeiter Geld kosteten, sei Ersatzpersonal doppelt kostspielig – und zudem kurzfristig auch meist schwierig zu beschaffen.

Bei durchschnittlich acht Tagen, die ein deutscher Arbeitnehmer pro Jahr ausfalle, sei das für die meisten Betriebe dennoch zu verkraften. Was aber, wenn sich die Krankschreibungen häuften? „Mandanten, die sich mit solchen Problemen bei uns melden, verzeichnen teilweise 50, 60 und sogar noch mehr Ausfalltage im Jahr – und das nicht selten über längere Zeiträume“, sagt Markus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit operierenden Wirtschaftsdetektei Lentz aus Hanau.

Krankfeiern bringt mehr Freizeit oder Möglichkeit zur Schwarzarbeit

Seine Erfahrung zeigt laut Mitteilung: Mitarbeiter, die ansonsten einen gesunden Eindruck machen und nicht an einer chronischen Krankheit leiden, kurieren sich schon mal gern im Freibad, auf der Baustelle des Bruders oder im Café der Lebensgefährtin aus. „Die gewonnene Freizeit wird dann auf Kosten des Arbeitgebers ins Privatleben investiert – oder gar in eine zusätzliche Einnahmequelle, in Schwarzarbeit“, weiß Lentz aus Erfahrung.

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