Maschinenelemente

Substitutionspotenzial hält Industrie-Stoßdämpfern Märkte offen

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Entscheidend für die Anwendung von Industrie-Stoßdämpfern ist nicht, dass eine Masse abgebremst wird, sondern wie es geschieht. Die Art der Dämpfung, so heißt es, offenbare die Unterschiede. Das zeige sich am Dämpfungsvermögen: der maximalen Energieaufnahme bei kleinstmöglichen Bremskräften. Sie wurde bei den ersten Stoßdämpfern laut dem ACE-Geschäftsführer nur manuell eingestellt.

Inzwischen gibt es auch selbsteinstellende Dämpfer auf dem Markt, deren Vorteile bei wechselnder Masse oder Aufprallgeschwindigkeit zum Tragen kommen. Als weitere Verbesserungen hebt Roland die Rollmembran- und Topfkolbentechnik hervor, beides ACE-Entwicklungen. In der Rollmembrantechnik sehe man „einen erheblichen Standzeitvorteil“.

Der Topfkolben – eine umgedrehte topfförmige Hülse als Kolben– bewirkt, mehr Öl beim Abbremsen zu verdrängen. Das Ergebnis ist eine erhöhte Energieaufnahme, vor allem dann, wenn ein sogenannter Airbag zur Absorption des verdrängten Öls verwendet wird. Mit einem Teleskop-Stoßdämpfer lässt sich das laut Ronald noch steigern lassen. Bei dieser Dämpfervariante fahren mehrere Topfkolben teleskopartig ineinander, die Vorteile der Topfkolbentechnik würden quasi summiert. Basis dafür ist der klassische Aufbau, bei dem das Öl jedoch nicht über Bohrungen, sondern Ringspalten verdrängt wird. Bei anderen Aufbauten sind eine oder mehrere Bohrungen im Kolben eingearbeitet, mit manueller oder automatischer Verstellung des Drosselwiderstands.

Pneumatik fordert Reduzierung des Bauraums und Erhöhung der Antriebsgeschwindigkeit

Doch verfolgt man mit den Verbesserungen die gleichen Ziele: die Verkleinerung des Dämpfers bei gleicher Energieaufnahme oder deren Steigerung bei konstanten Außenmaßen. So wird beides laut Kux bei Zimmer mit einer Wendelnut in der Kolbenwandfläche erreicht. Auf dieser Basis sei man „derzeit dabei, die eine oder andere neue Idee umzusetzen“. Die Vorgaben dazu kommen besonders aus dem Maschinenbau. Dort habe man sich etabliert, so bei Sonderanwendungen. Jedoch registriert Kux auch bei pneumatischen Antriebszylindern einen erhöhten Bedarf: „Der Sektor Pneumatik kam in den vergangenen Jahren verstärkt mit Anwendungen, in die Industrie-Stoßdämpfer eingebunden werden.“

Die Hauptanforderungen sind dabei die Reduzierung des Bauraums und die Erhöhung der Antriebsgeschwindigkeit. Kombiniert man beides, ist das Ergebnis laut Roland ein Industrie-Stoßdämpfer. Ab Tempo 2 m/s wird er in lineare Antriebe integriert. Inzwischen gehören Industrie-Stoßdämpfer bei Antriebsherstellern zum Zubehörprogramm. So werden sie im Maschinenbau oft in der Automatisierungs- und Handhabungstechnik verbaut. Das sei daher ein großer Anwendungsbereich, sagt der ACE-Geschäftsführer, der auch kurze Hübe bei hoher Energieaufnahme als weitere Anforderung nennt: „Jeder Zentimeter Antriebsachse kostet Geld.“ Somit ist man bestrebt, den Bauraum weiter zu minimieren.

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