Fracking-Ausrüster und -Zulieferer

Trend zu sauberem Fracking eröffnet neuen Markt

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MTU-Dieselmotoren für Fracking sind gut gefragt

Die Tognum-Gruppe liefert für den Frackingmarkt MTU-Dieselmotoren zum Antreiben vom Pumpen und Generatoren. Die Ansprüche an Wirtschaftlichkeit, Leistung und Zuverlässigkeit sind wegen der hohen Drücke enorm hoch, sodass die Motoren meist schon nach einigen tausend Stunden ausgetauscht werden müssen. Tognum sieht ein wachsendes Geschäft daher in der Instandsetzung. 2012 hat das Unternehmen rund 30 Motoren runderneuert. „Im laufenden Jahr werden es weit mehr sein”, sagt Dave Sears von MTU After Sales.

Wesentlich für die Ausbeute ist das Bohrfluid, das rund ein Dutzend Zusatzstoffe enthält, um Korrosion, Schaumbildung und das Wachstum von Mikroorganismen zu verhindern. Der Chemikalienlieferant Brenntag mit Sitz in Mülheim an der Ruhr hat 2012 und 2013 gleich zwei US-Firmen übernommen, die Schmierstoffe und Bohrchemikalien herstellen. „Das ermöglicht es uns, mit der Expansion der Schiefergasförderung mitzuwachsen“, hofft Vorstandsmitglied Anthony Gerace.

Kleinere Unternehmen tun sich auf dem Fracking-Markt eher schwer

Diese Beispiele zeigen: Deutsches Know-how ist gefragt auf dem Fracking-Markt. Allerdings ist es kein leichter Markt, insbesondere nicht für kleinere Firmen. Denn die Öl- und Gaswirtschaft ist eine konservative und wenig transparente Branche. Die Sicherheitsstandards und die Zulassung von Komponenten entscheiden sich im Wesentlichen anhand amerikanischer API-Standards. Und wer auf den Frackingmarkt will, erzählen Insider, muss sich als quasi-amerikanisches Unternehmen präsentieren. Oft wissen die Mitarbeiter gar nicht, dass sie eigentlich für eine deutsche Firma arbeiten.

Auch wagt keiner derzeit eine Prognose, wie und wo sich die Märkte für Schiefergas entwickeln werden. Das gilt auch für die USA. „Im Moment läuft alles rund, der Boom kann aber auch schnell wieder abflachen,“ sagt Stefan Metz von Linde. Wenn die Gaspreise fallen, etwa bei schwächelnder Weltkonjunktur oder einem Überangebot, lohnt das recht teure Fracking womöglich nicht mehr. Noch stehen in den USA alle Zeichen auf Grün. Künftig sollen für neue Kraftwerke strenge CO2-Grenzwerte gelten, kündigte die US-Regierung Ende September an. Die vorgesehenen Limits können Kohlemeiler kaum erreichen, Gaskraftwerke dagegen schon.

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