Fracking-Ausrüster und -Zulieferer

Trend zu sauberem Fracking eröffnet neuen Markt

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Umweltschutz und Fracking unter einen Hut bringen

Völlig offen ist die Entwicklung in Europa, sodass viele Firmen der Branche eher schmallippig auf Anfragen reagieren. Der Bohrspezialist KCA Deutag aus Bad Bentheim beispielsweise meldete 2011 den Abschluss mehrerer Verträge in Polen, wo Experten große Schiefergas-Vorkommen vermuten. „KCA Deutag liefert keine Anlagen für das Fracking“, lautet dagegen derzeit die Auskunft.

Sicher ist: Die Frackingtechnik von morgen wird anders aussehen als bisher. Denn überall wächst die Angst vor Umweltschäden durch die Erschließung neuer Lagerstätten in der Nähe von Siedlungen, aber auch in ökologisch sensiblen Gebieten. Und keine der beteiligten Firmen kann sich negative Schlagzeilen leisten. Sicherheit und Umweltfreundlichkeit gelten daher als wesentliche Treiber für die Weiterentwicklung und Akzeptanz der Technik – Insider sprechen heute bereits vom Clean oder Green Fracking.

Zulieferer arbeiten beispielsweise an Verfahren, die den Einsatz der Chemikalien reduzieren oder auf unbedenkliche Hilfsstoffe ausweichen. So produzieren bestimmte Mikroorganismen Biopolymere, die chemische Zusatzstoffe ersetzen könnten. In der Bohrtechnik geht der Trend hin zur Automatisierung. Robotergesteuerte Bohranlagen machen Bedienungspersonal am Förderturm überflüssig, was die Effizienz erhöht und Unfallraten senkt. Die Automatisierung hat allerdings noch einen anderen Grund: „In vielen Ländern fehlt es schlicht an den notwendigen Fachkräften“, weiß Strauch.

Europa bleibt gegenüber Fracking skeptisch

Doch die Skepsis in Europa sitzt tief. Selbst der Industrieausschuss des EU-Parlaments konstatierte 2012 in einer Stellungnahme, dass es „noch einige Zeit dauern wird“, bis Unternehmen die nötigen Erfahrungen gesammelt haben, um in der EU Schiefergas gewinnen zu können. Der Ausschuss fordert vor allem optimierte und sichere Verfahren, um die Akzeptanz zu steigern und gleichzeitig die Exportchancen europäischer Unternehmen zu erhöhen. Allerdings wird in Deutschland und anderen EU-Ländern seit einiger Zeit keine neue Bohrung mehr genehmigt, klagt der Gasverband WEG – auch nicht für Forschungs- und Pilotanlagen. Gleichzeitig gilt: Will die EU ihre Klimaschutzziele nicht ganz aus den Augen verlieren, muss relativ sauberes Erdgas zunehmend die Kohle ersetzen. Und die Energiewende in Deutschland wird ohne das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und flexiblen Gaskraftwerken kaum gelingen.

Die Verbände in Deutschland jedenfalls wollen sich in die Debatte um Fracking zukünftig mehr einmischen. „Lange ging es überall nur um erneuerbare Energien“, sagt Strauch, „alles andere galt als unsexy.“ Das soll anders werden. Der VDMA will in der Zukunft zum regelmäßigen Branchendialog einladen und Ende des Jahres einen Einkaufsführer für Öl- und Gasunternehmen veröffentlichen. Der WEG gar zeigt sich noch mutiger: Seit Kurzem hat der Gasverband einen Account bei Twitter.

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