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Fraunhofer-IWU Trends in der Umformtechnik

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Anlässlich der Blechexpo Anfang November in Stuttgart wirft Frank Schieck, Hauptabteilungsleiter Blechumformung des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz einen Blick auf die Trends in der Umformtechnik. Er beschreibt die Auswirkungen, die aktuelle gesellschaftliche, ökologische und technologische Trends auf die Umformtechnik im Karosseriebau haben. Außerdem zeigt er auf, wie das Fraunhofer-IWU diese Trends auf der Blechexpo beantwortet.

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Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU setzen auf Metall als Flügelmaterial, insbesondere auf Stahl für kleinere Anlagen.
Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU setzen auf Metall als Flügelmaterial, insbesondere auf Stahl für kleinere Anlagen.
(Bild: Fraunhofer-IWU)

Frank Schieck sieht die Forschung gleichen mehreren Herausforderungen gegenüber gestellt:

1. Demoprafische Wandel:

Hier sehen wir insbesondere im Bereich der virtuellen Produktentwicklung und -optimierung Entwicklungsansätze, die sich auf die Arbeitsweisen, Prozesse sowie die Fachkräfteentwicklung und -verteilung in der Umformtechnik auswirken werden. Simulations- und VR-Software bieten uns heute bereits die Möglichkeit, Entwicklung, Design und Konstruktion lokal völlig unabhängig von der realen Produktion durchzuführen. Ein Presswerk bspw. steht heute nicht mehr zwangsläufig an dem Standort, wo auch das Engineering durchgeführt wird. Große Unternehmen in der Umformtechnik haben aufgrund der Vernetzung und globalen Informationsflüsse zunehmend die Chance, sich in diesen Bereichen zu dezentralisieren. Damit können sie sich natürlich besser auf Trends, wie bspw. der Abwanderung von Fachkräften, einstellen.

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2. Globalisierung, Zukunftsmärkte, internationaler Wettbewerb:

Die deutsche Umformtechnik wird aus unserer Sicht im Hochtechnologiebereich nur bedingt unter Konkurrenzdruck stehen. Die Investitionssummen und Abschreibungen für Maschinenparks sowie deren Betrieb sind im weltweiten Maßstab heute schon annähernd gleich. Sicherlich gibt es Unterschiede im Bereich der Personalkosten, die sich aber über die Qualifikation der Fachkräfte wieder relativieren. Insbesondere durch die Automatisierung von Prozessen gleichen sich Kostenvorteile im High-Tech-Bereich immer mehr aus. Die bisherige Entwicklung hat gezeigt, dass die deutsche Industrie insbesondere in der Produktentwicklung und im Engineering einen Vorsprung hat. Wenn es gelingt, diesen Wettbewerbsvorteil zu halten, werden deutsche Unternehmen auch in Zukunft eine große Rolle spielen. Das Fraunhofer-IWU wird als führendes Forschungsinstitut für die Umformtechnik weiterhin Impulse setzen.

3. Ressourcenknappheit:

Eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema Ressourcenknappheit setzt voraus, dass nicht in einzelnen Verfahren oder Anlagen, sondern vielmehr in Prozessketten und Kreisläufen gedacht wird. Es geht nicht nur darum, den Energieverbrauch durch effizientere Maschinen oder Verfahren zu senken. Vielmehr müssen wir auch die Energie in die Gesamtbilanz einfließen lassen, die am Ende einer Prozesskette bereits im verarbeiteten Material steckt. Ressourceneffizienz heißt in erster Linie also, den Materialausnutzungsgrad signifikant zu erhöhen.

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