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Visual Computing

Visualisierungstool macht digitale Räume begehbar

| Redakteur: Beate Christmann

Fraunhofer-Forscher haben mit Instant-3D-Hub eine webbasierte Software entwickelt, die fähig sein soll, komplexe 3D-Daten auf allen Endgeräten schnell zu visualisieren. Damit wollen sie den Einsatz von Virtual sowie Augmented Reality in der Industrie optimieren.

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Komplexes 3D-Modell eines Schiffes: Die Softwareplattform Instant-3D-Hub visualisiert die 3D-Daten überall und interaktiv in einem Webbrowser – so können auch Mitarbeiter außerhalb der Konstruktionsabteilung auf die Daten zugreifen, sich über den aktuellen Status informieren und bei der weiteren Planung mitdiskutieren.
Komplexes 3D-Modell eines Schiffes: Die Softwareplattform Instant-3D-Hub visualisiert die 3D-Daten überall und interaktiv in einem Webbrowser – so können auch Mitarbeiter außerhalb der Konstruktionsabteilung auf die Daten zugreifen, sich über den aktuellen Status informieren und bei der weiteren Planung mitdiskutieren.
(Bild: Fraunhofer-IGD)

Die Konstruktion eines Produkts, sei es beispielsweise ein Automobil, eine Produktionsmaschine oder ein Gebäude, erfolgt heute in der Regel am Computer mithilfe sogenannter CAD-Anwendungen (Computer-aided-Design-Anwendungen). Dank 3D-Technik lassen sich komplexe virtuelle Modelle der Objekte erzeugen, die alle wesentlichen Informationen zu Geometrie, Materialien und Funktion beinhalten. Problematisch wird es, sobald diese großen 3D-Datenmengen verschickt und auf anderen Endgeräten dargestellt werden sollen.

Konstruktionspläne auf Smartphone und VR-Brille

„Eine einheitliche Möglichkeit hierfür gab es bislang noch nicht“, sagt Dr. Johannes Behr, Abteilungsleiter Visual Computing System Technologies am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD. Nun aber glauben er und sein Team, eine Lösung für diese Problemstellung gefunden zu haben: Mit ihrer Software Instant-3D-Hub sollen Ingenieure, Techniker und Monteure räumliche Konstruktions- und Montagepläne problemlos auf ihren Endgeräten, sei es auf dem Smartphone oder sogar einer VR-Brille, nutzen können. „So werden beispielsweise Industrieanlagen oder digitale Gebäude in Echtzeit begeh- und erfahrbar“, erklärt Behr.

Die Besonderheit der Software: Sie berechnet nur sichtbare Bauteile und entscheidet damit autonom, welche Ansichten auf die Endgeräte übertragen werden. Behr veranschaulicht dieses Vorgehen an einem Beispiel: „Von rund 3,5 Mio. Bauteilen eines Kraftwerkes werden nur die etwa 3000 sichtbaren auf dem Server berechnet und an das Endgerät übertragen.“ Bislang erfolgte die Auswahl der zu bearbeitenden Daten durch den Anwender von Hand. Deren Visualisierung übernahm dann wiederum eine teure Spezialsoftware – ein recht zeitraubender und unwirtschaftlicher Prozess.

Individuell anpassbares System

Die Instant-3D-Hub-Plattform besteht aus zwei miteinander kombinierbaren Komponenten: Instant-3D-Hub bietet Anwendungsentwicklern einen einheitlichen „Visualization-as-a-Service“-Layer an (CAD-Zeichnungen sind in verschiedenen Ebenen, sogenannten „Layers“, aufgebaut), mit dem massive und strukturell komplexe CAD-Daten auf beliebigen Endgeräten sicher, effizient und adaptiv visualisiert werden sollen. Mit der Web-Vis-Lösung wiederum sollen sich 3D-Visualisierungen von CAD-Daten unterschiedlicher Formate mit minimalem Aufwand in Webanwendungen einbetten lassen. Unternehmen können die webbasierte Fraunhofer-Lösung an ihren Bedarf anpassen.

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