Wenn der Rotor schlapp macht

Das geschieht beim Recycling von ausgedienten Windkraftanlagen

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Nordex will bis 2032 voll recycelbare Rotorblätter haben

Doch die größte Herausforderung bleibt das Recycling der Rotorblätter. Nicht nur das Material an sich sondern auch der innige Verbund der Rotorkomponenten untereinander erschwert die Trennung und Wiederverwertung. Derzeit erfolgt deshalb die Entsorgung meist thermisch oder durch Mahlen in der Zementindustrie. Nordex hat sich aber das Ziel gesetzt, bis 2032 Rotorblätter anzubieten, die vollständig recycelbar sind. Dieses Ziel ist Teil der Sustainability Strategy und wird durch interne Roadmaps und externe Kooperationen unterstützt. Nordex nimmt auch an Forschungsprojekten wie „EoLO-HUBs“ und „RE SORT“ teil, die innovative Recyclingprozesse für Faserverbundwerkstoffe entwickeln (etwa die „Low Carbon“-Pyrolyse und die „Green Chemistry“-Solvolyse). Auch verfolgt man dazu Kooperationen mit Partnern, wie Acciona/Renercycle („Waste2Fiber“) und mit Technologieentwicklern wie Gjenkraft. Acciona ist ein führendes spanisches und multinationales Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und das Management von nachhaltiger Infrastruktur und erneuerbaren Energien spezialisiert hat.

Es entsteht ein großer Markt für das Rotorblattrecycling

Im Jahr 2022 etwa untersuchte das Bundesumweltamt in einer Studie die Entwicklung von Rückbau- und Recyclingstandards für Rotorblätter. Die Behörde geht davon aus, dass in diesem Jahrzehnt jährlich 20.000 Tonnen an oben beschriebenem Rotorblattmaterial anfallen werden. In den 2030er-Jahren werden es schätzungsweise 50.000 Tonnen pro Jahr sein. Damit entsteht zwangsläufig ein riesiger Markt für ausgeklügelte Recyclingtechniken dieser Komponenten. Das Recyceln der riesigen und damit sehr sperrigen Rotorblätter ist aber am komplexesten, obwohl sie nur fünf Prozent des Gesamtgewichtes einer Windkraftanlage ausmachen. Das Augenmerk beim Recycling von Windkraftanlagen liegt deshalb auf diesen Bauteilen. Den größten Teil eines Rotorblatts machen, wie gesagt, glas- und carbonfaserverstärkte Kunststoffe (GFK respektive CFK) aus, die zudem fest mit weiteren Materialien verbunden sind. So sind die Schalen des Rotorblatts als Sandwich aufgebaut: Faserverbundstoffe, Balsaholz und PET- oder PVC-Schaum bilden ein festes Konstrukt. Die Gurte bestehen ausschließlich aus GFK oder CFK. Die Voraussetzung für ein wirkliches Recycling ist deshalb, dass zunächst ein sauberes Trennen dieser Materialien nötig ist. Die Herausforderung besteht vor allem darin, die Glas- und Carbonfasern aus der sie umgebenden Harzmatrix herauszulösen. Erst dann können das Ganze gleichwertig aufbereitet werden, um es wieder zu verwenden.

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