Wenn der Rotor schlapp macht

Das geschieht beim Recycling von ausgedienten Windkraftanlagen

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Einfach auflösbare Rotorblätter von Siemens Gamesa

Wie Nordex, bestätigt auch Siemens Gamesa, dass die in Rotorblättern verwendeten Verbundwerkstoffe eine größere Herausforderung für das Recycling darstellen. Die Steigerung der Recycelbarkeit von Windkraftkomponenten steht aber auch bei diesem Spezialisten ganz oben auf die Agenda. Nicht zuletzt hat sich auch Siemens Gamesa dazu verpflichtet, bis 2040 zu 100 Prozent recycelbare Windkraftanlagen herzustellen. Das Unternehmen baut Verbundwerkstoff-Rotorblätter übrigens bereits seit mindestens 30 Jahren. Das in Jahrzehnten gesammelte Know-how kann auch dem zukünftigen Recycling dienlich sein. Es wird dazu aber Energie benötigt, um die Blätter zu recyceln. Dann werden die in diesen steckenden Materialien in einzelne Fraktionen separiert. Es gibt dann eine Fraktion aus Kunststoffen, eine aus Carbon- und/oder Glasfasern sowie eine aus Balsaholz. Die Energie für den Recyclingprozess gilt außerdem kontinuierlich auf ein Mindestmaß zu senken. Dazu hat Siemens Gamesa spezielle Rotorblätter entwickelt. Die Materialien sind dabei so aufgebaut, dass sie sich wieder auflösen lassen. Durch den Lösungsprozess werden sie einfacher in die einzelnen Fraktionen aufgespalten. Die etwa 50 Tonnen schweren Rotorblätter werden dazu zunächst mithilfe eines Krans abgebaut. Anschließend werden sie zu handlicheren Stücken zerkleinert, denn müssen leicht zu transportieren sein. Anschließend gelangen sie in einen Stahltank. Dort werden sie dann in ihre Bestandteile aufgelöst. Diese besonderen Rotorblätter werden übrigens bereits produziert. Insgesamt sind bereits 300 dieser Einheiten in sechs Ländern installiert. Der Preis erhöht sich dadurch um weniger als ein Prozent, wie Siemens Gamesa betont.

Auch andere Player haben Ideen zum Rotorblattrecycling

Den Recyclingschwerpunkt bei Windkraft-Rotorblättern setzt das österreichische Unternehmen auf etwas ganz anderes, „Carbon Cleanup“ genannt. Das Unternehmen nutzt dazu den Spritzgießprozess für Kunststoffteile. Man schreddert dazu die ausgedienten Rotoren in mobilen Aufbereitungsanlagen und macht sie zu kleine Pellets. Aus diesen Pellets werden dann per Spritzgießmaschine und entsprechendem Werkzeug etwa Sonnenbrillenkomponenten oder gar ganze Möbel. Die ehemaligen Rotorblätter können aber auch in Surfbretter verwandelt werden, wie es wiederum das Unternehmen Acciona beweist. Kreative Konzepte sehen also die Aufwertung alter Windkraftanlagen-Rotorblätter vor. Dieses Thema wurde dabei besonders von jungen Unternehmen aus der Start-up-Szene mit interessanten Ideen aufgegriffen. Produzent für das Unternehmen Wings for Living ist etwa das polnische Unternehmen Anmet. Das Unternehmen bietet umfassende Möglichkeiten für die industrielle Abfallentsorgung – einschließlich für die Verarbeitung von Metallschrott, wie Stahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Zink und Blei. Seit 2017 wurden die Geschäfte dann auch im Bereich Windenergie ausgebaut.

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Dazu gehört die Demontage, das emissionsfreie Schneiden vor Ort, der Transport, der Fundamentrückbau und die vollständige behördliche Dokumentation in ganz Europa. Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht eine patentierte, eigene Technik zur thermischen Rückgewinnung der schwer recycelbaren Verbundwerkstoffe. Das Verfahren basiert auf einer speziellen Pyrolyse mit modifizierter Gasumgebung. Damit kann man hochwertige Glas- und Carbonfasern aus Rotorblättern und anderen Verbundabfällen zurückgewinnen. Das Projekt wird mit vier Millionen Euro aus EU-Mitteln im Rahmen des Programms „Europäischer Fonds für Lubuskie 2021–2027“ gefördert. Parallel dazu betreibt das Unternehmen einen Bereich in Sachen Repurpose. Dort werden ausgediente Rotorblätter zu Möbeln sowie zu großen architektonischen und technischen Konstruktionen – beispielsweise Fußgängerbrücken – umfunktioniert. Aktuell werden in diesem Segment 100 bis 200 Tonnen Rotorblätter pro Jahr verarbeitet.

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