3D-Kunststoffdruck Kommt es jetzt zum Kampf der Giganten der Additiven Fertigung?

Autor: Simone Käfer

Stratasys übernimmt Origins und erweitert damit sein Portfolio um das DLP-Verfahren. Ein Einstieg in SLS ist geplant, SLA bieten sie bereits an. Das klingt verdächtig nach dem Angebot von 3D Systems.

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Stratasys erweitert in 2021 sein Portfolio um zwei Verfahren. Die Überschneidung mit 3D Systems ist offensichtlich.
Stratasys erweitert in 2021 sein Portfolio um zwei Verfahren. Die Überschneidung mit 3D Systems ist offensichtlich.
(Bild: gemeinfrei: Michal Jarmoluk / Pixabay )

100 Mio. US-Dollar hat Stratasys für das Startup Origin bezahlt. Die Fusion soll Stratasys dabei helfen, seine Führungsposition im schnell wachsenden Segment der Massenproduktion von Bauteilen auszubauen. Die Übernahme soll im Januar 2021 abgeschlossen sein und dazu beitragen, die Führungsposition von Stratasys bei Polymeren und Produktionsanwendungen des 3D-Drucks in Branchen wie Dental, Medizin, Werkzeugbau zu festigen. Gleichzeitig gibt Yoav Zeif, CEO bei Stratasys die Einführung eines weiteren Verfahrens bekannt: „Zusammen mit unserem beabsichtigten Einstieg in die Technologie der Powder Bed Fusion ist die Übernahme von Origin ein weiterer Schritt zur Erreichung unseres Ziels, bei der Additiven Fertigung mit Polymern führend zu sein.”

Origin nennt seine Technik P3 (Programmable Photo Polymerization). Sie ist eine Weiterentwicklung des additiven Verfahrens Digital Light Processing (DLP). Dabei wird flüssiges Photopolymerharz mit Licht ausgehärtet. Mit DLP arbeitet auch die Figure 4 von 3D Systems. Über den Einstieg in SLS, also das von Zeif erwähnte Powder Bed Fusion, gibt Stratasys nur so viel bekannt, dass ein Joint Venture mit Xaar besteht. Xaar ist Teil von Xaar 3D und Stratasys unterhält die Option, das Unternehmen zu erwerben.

Stratasys hat bereits einen SLA-Drucker im Portfolio und was bei 3D Systems Multijet ist, heißt bei Stratasys Polyjet. Erweitert Stratasys nun sein Portfolio um die Verfahren DLP und SLS, haben sie sämtliche Verfahren im Bereich Polymer im Angebot, die auch 3D Systems anbietet. Nur hat 3D Systems keine Maschinen zur Materialextrusion im Angebot. Auf die Frage, ob das eine Kampfansage an den Wettbewerber sei, antwortet Andreas Langfeld, EMEA-Präsident von Stratasys: „Eigentlich ist dies eine Kampfansage an unflexible, dem Status quo entsprechende Fertigungsprozesse. In einer Welt mit Pandemien, Handelskriegen, Klimastörungen, hartem Konkurrenzkampf und sich schnell änderndem Verbrauchergeschmack müssen Unternehmen agiler und effizienter werden – und die Additive Fertigung kann das leisten.” Deswegen habe das Unternehmen einen detaillierten Benchmark von Origins Technologie mit mehreren Unternehmen in dieser Kategorie durchgeführt. „Wir waren der Meinung, dass sie eindeutig überlegen ist, wenn es darum geht, unseren Kunden die agilen Vorteile der Additiven Fertigung zu ermöglichen”, so Langfeld. „Es geht um die beste Technologie, um die, die den Markt wachsen lässt.”

Origin One, der erste 3D-Drucker von Origin in Fertigungsqualität, steuert über Origins Closed-Loop-Feedback-Software Licht, Wärme und Kraft sowie andere Parameter laut Stratasys präzise. Diese neue Technologie ermögliche es den Anwendern, Bauteile mit branchenführender Präzision, Beständigkeit, Größe und Detailgenauigkeit herzustellen und dabei eine breite Palette kommerzieller, langlebiger Kunststoffe zu verwenden. Stratasys erwartet, dass die P³-Technologie ein wichtiger Wachstumsmotor für das Unternehmen sein wird, der innerhalb von fünf Jahren zu einem zusätzlichen Jahresumsatz von 200 Mio. US-Dollar führen soll.

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 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe