Hallenbeleuchtung

LED-Beleuchtung senkt Energieverbrauch deutlich

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Mehr Sicherheit durch optimales Licht

Doch LED senken nicht nur Kosten und Aufwände, sie erhöhen vor allen Dingen auch die Lichtqualität. Das steigert die Konzentration und Motivation der Mitarbeiter und senkt dadurch zugleich das Risiko von Arbeitsunfällen. Doch wie lässt sich in einem herausfordernden Umfeld wie der industriellen Produktion für optimale Lichtverhältnisse sorgen? Die Mindestanforderungen an die Beleuchtung, wie sie die DIN EN 12464 -1 vorstellt, können hier nur als erste Orientierung dienen. Das gilt auch für die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A3.4)“, die der Arbeitsstättenausschuss des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zusammengefasst hat. Für optimale Arbeitsbedingungen sollte ein Betrieb über diese Anforderungen hinaus gehen. Denn je anspruchsvoller die Sehaufgaben sind, desto höher muss die Beleuchtungsstärke sein.

Ein Vergleich macht das deutlich: Für einen privaten Hausflur reicht eine Flurbeleuchtung mit 100 lx. Für eine Lagerhalle sollten es in der Regel schon zwischen 150 und 200 lx sein. Für Produktions- und Montagehallen ist die erforderliche Beleuchtungsstärke mit einem Büro vergleichbar – im Durchschnitt etwa 500 lx. Zunehmend komplexe Aufgaben wie etwa die Endkontrolle benötigen hingegen Beleuchtungsstärken, die auch einem kleinen TV-Studio zur Ehre gereichen, nämlich mehr als 750 lx. Doch eines ist wichtig: Egal wie stark die Beleuchtung ist, sie darf nicht blenden. Denn gerade im Produktionsumfeld sorgt eine blendfreie Hallenbeleuchtung mit gleichmäßiger Ausleuchtung nachweislich dafür, dass weniger Fehler und Unfälle passieren.

Der LED-Hallentiefstrahler Acaneo soll für eine homogene Ausleuchtung mit geringer Blendung sorgen. Er arbeitet auch bei staubiger, feuchter oder ölhaltiger Luft sowie bei Temperaturen über 70 °C.
Der LED-Hallentiefstrahler Acaneo soll für eine homogene Ausleuchtung mit geringer Blendung sorgen. Er arbeitet auch bei staubiger, feuchter oder ölhaltiger Luft sowie bei Temperaturen über 70 °C.
(Bild: Waldmann)

Lichtbedarf nach Zonen aufteilen

Um nicht unnötig Ressourcen zu verschwenden, biete sich in Produktionshallen, in denen die Ansprüche an die Beleuchtung je nach ausgeübter Tätigkeit sehr unterschiedlich sind, verschiedene Beleuchtungssituationen nach Zonen an. Die Lösung für die hohen Anforderungen an Ausleuchtung und Energieeffizienz liefert eine zeitgemäße Hallenbeleuchtung mit neuester LED-Technik in Kombination mit Lichtmanagementsystemen, wie etwa Tageslicht- und Präsenzsensorik oder hinterlegten Zeitplänen.

Mittlerweile gibt es auch LED-Hallentiefstrahler, um den komplexen Lichtanforderungen in hohen Hallen bis 30 m zu begegnen. Schwierigen Umgebungsbedingungen trotzen diese Strahler mit einem sehr robusten Aluminiumdruckguss-Gehäuse und intelligentem Thermomanagement. Dank ausgefeilter Optik schaffen diese Strahler eine enorme Lichtleistung und bleiben dabei selbst beim Blick direkt auf die Leuchtmittel nahezu blendfrei.

Besucher der Messe Motek konnten 2018 am Stand von Waldmann bereits einen Blick in die nahe Zukunft werfen: Dort wurde der Hallentiefstrahler mit einem integrierten Funkmodul vorgestellt. Dadurch lässt sich die Beleuchtung kabellos steuern, dimmen und in Gruppen schalten – ein Vorteil besonders im Sanierungsfall. Denn auf Basis einer bestehenden, dreiadrigen Verdrahtung stehen dann dank der Funklösung die Vorteile eines modernen Lichtmanagementsystems zur Verfügung.

Leuchten für besondere Arbeitsplatzbedingungen

Über die Hallenbeleuchtung hinaus sind zudem Leuchten empfehlenswert, die auf die besonderen Arbeitsplatzbedingungen abgestimmt sind und Einstellmöglichkeiten durch individuelle Positionierung oder Dimmung bieten. So ermöglichen Gestänge- und Systemleuchten beispielsweise störungsfreies Sehen. Dabei sollte auf die stufenlose Dimmbarkeit der Leuchten geachtet werden. So können die Mitarbeiter die Beleuchtung an persönliche und tätigkeitsbezogene Anforderungen anpassen.

Gestängeleuchten wie die Taneo von Waldmann ermöglichen ein störungsfreies Sehen im Nahabstand von 40 bis 80 cm.
Gestängeleuchten wie die Taneo von Waldmann ermöglichen ein störungsfreies Sehen im Nahabstand von 40 bis 80 cm.
(Bild: Waldmann)

Hochwertige Leuchten verfügen häufig über eine Memory-Funktion, womit diese Einstellungen gespeichert werden können. Außerdem sorgen diese nicht nur für genügend Licht im zentralen Sehfeld, sondern auch in der Umgebung. Das erleichtert dem Auge die Anpassung an die Lichtverhältnisse (Fachleute sprechen von der Adaption der Netzhaut). Auch das Kontrastsehen und die Farberkennung werden durch diese Leuchten unterstützt.

Biodynamisches Licht in der Industrie

Gerade wenn es bei der Beleuchtung um Themen wie Gesund­erhaltung, Wohlbefinden und Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter geht, kommt die Sprache schnell auch auf die biologische Wirkung des Lichts. Diese kann durch technisches Nachahmen des Tageslichtes auch im Innenraum erzielt werden. Entsprechende biodynamische Beleuchtungslösungen für das Büro wurden schon in einer Vielzahl an Projekten umgesetzt. Doch warum findet es (noch) keinen Einsatz in industriellen Anwendungen?

Die wesentlichen Hürden beim Einsatz von biodynamischen Beleuchtungslösungen in der Industrie liegen in den spezifischen räumlichen Gegebenheiten und den Arbeitszeitmodellen, wie etwa Schicht- und hier vor allen Dingen Nachtarbeit. Doch es wird bereits an Lösungen auch für die Industrie gearbeitet. So forscht Waldmann mit wissenschaftlicher Begleitung an diesem Thema und startete im Sommer 2018 die erste Phase eines Pilotprojektes, das die Wirkung des biologischen Lichtes in der Industriehalle in der Praxis untersucht. Mitte 2019 wird es dazu erste Antworten auf die noch offenen Fragen in Bezug auf den optimalen Einsatz von biodynamischem Licht im Industrieumfeld geben können. MM

* Daniel Hangst ist Produktmanager bei der Herbert Waldmann GmbH & Co. KG in 78056 Villingen-Schwenningen, Tel. (0 77 20) 6 01- 1 00, sales.germany@waldmann.com

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