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An engster Stelle des Querschnitts und am Bohrungsdurchmesser Ringzugspannung berechnen
An der engsten Stelle des Querschnitts (φ = π beziehungsweise φ0 = 0) und am Bohrungsdurchmesser d erhält man aus den vorangegangenen Gleichungen für die auf den Fugendruck p bezogene Ringzugspannung σψ über die Gleichung 10. Diese Tangentialspannung auf dem Bohrungsrand d ist stets eine Zugspannung.
Diese letzte Gleichung lässt sich vereinfachen, sodass man damit für die maximal bezogene Tangentialspannung max (σψ/p) am Bohrungsrand die Gleichung 11 erhält mit e < (d/4) und max (σψ/p) immer bei φ = π beziehungsweise φ 0 = 0 nach Bild 2, und Gleichung 12 mit e > (d/4) und max (σψ/p) immer bei φ = arccos(-d/4e).
Tangentialspannung für kleine Exzentrizitäten ermitteln
Für kleine Exzentrizitäten, also wenn e << d – unter Vernachlässigung quadratischer Terme von e – verwendet man stattdessen auch die Näherung zur Ermittlung der bezogenen maximalen Tangentialspannung. Das drückt Gleichung 13 in der Formelsammlung aus. Bemerkenswert ist dabei der 1. Term, der dem Spannungszustand des konzentrischen Kreisrings unter Innendruck entspricht.
Vielfach bestimmt die Festigkeit des Außenteils einer Schrumpfverbindung den zulässigen Fugendruck und hiermit das übertragbare Drehmoment beziehungsweise die Axialkraft. Deshalb ist man auf der sicheren Seite, wenn der „Ersatz“-Durchmesser D* für eine konzentrische Ringberechnung zur Dimensionierung des Außenteils zugrunde gelegt wird, also um die zulässige Fugenpressung aufgrund der maximalen Vergleichsspannung zu ermitteln (siehe Zahlenbeispiel im Kastentext).
Literatur
[1] Tochtermann, W. und Bodenstein, Ferdinand (1968): Konstruktionselemente des Maschinenbaus. Berlin: Springer-Verlag
[2] Rothe, Rudolf (1962): Höhere Mathematik. Stuttgart: B. G. Teubner
[3] Sturmath, Rainer (1982): Spannungsverteilung in kreisförmigen Stabköpfen. in: MM Maschinenmarkt (1982), Nr. 1/2, S. 7-9
[4] Sturmath, Rainer: Beanspruchung von Bolzen – Laschen – Verbindungen. in: MM Maschinenmarkt (1990), Nr. 15, S. 160-162
[5] Timmann, Steffen (1998): Repetitorium der Funktionentheorie. Barsinghausen: Binomi Verlag
* Rainer Sturmath lehrte Konstruktion an der Fachhochschule Südwestfalen in 59872 Meschede
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