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Klassische Hydraulikvorteile kommen zum Tragen
„Zurzeit bieten Windenergieanlagen für die Antriebshersteller die größten Absatzchancen“, berichtet Heidrich. Laut der Prognos-Studie tragen sie am stärksten zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei. Folglich ist in diesem Anlagenbereich die Zulieferstruktur besonders ausgeprägt und die Komponentenvielfalt hoch. Bei den Antriebsherstellern lässt sich das an den unterschiedlichen Systemen zur Rotorblatt- und Gondelnachführung zeigen.
„Bei Windenergieanlagen kommen sowohl Hydrauliksysteme als auch mechanische Pitch- und Azimutgetriebe zum Einsatz“, erläutert Dr. Johannes Grobe, Vertriebsleiter Branchenmanagement Application Engineering Industrieanlagen bei der Bosch Rexroth AG, Lohr am Main. Für die Hydraulikbranche sei dieser Anlagenbereich „von besonderem Interesse“. Er nutze die klassischen Hydraulikvorteile: Kraftdichte, Robustheit und Zuverlässigkeit.
Auch bei der Rotorblattverstellung hat die Hydraulik nach wie vor Vorteile
Das gilt besonders für die Rotorblattverstellung aufgrund der hohen Anforderungen an Dynamik, Stellkraft, Positioniergenauigkeit und Lebensdauer. Dazu kommt die Notwendigkeit der Schaffung dezentraler Steuerungs- und Antriebsstrukturen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Hydraulikkomponenten frei anzuordnen. Für Grobe schlägt sich das „in einer sehr hohen Wettbewerbsfähigkeit der Hydraulik bei der Rotorblattverstellung“ nieder: „Je höher die Stellkräfte, desto vorteilhafter wirkt sich die hohe Kraftdichte der Hydraulik aus“, erläutert der Rexroth-Branchenmanager.
Außerdem komme die Verwirklichung dezentraler Steuerungen (individual pitch controls) aufgrund der hohen Dynamik den hydraulischen Systemen entgegen. Im Vergleich dazu werden diese Eigenschaften von einer Gondelnachführung weniger gefordert. Hydraulische Lösungen für Gondeln sind daher laut Grobe „eher die Ausnahme“.
Gondelnachführung erfolgt elektromechanisch
Der typische Antrieb für die Gondelnachführung erfolgt elektromechanisch: Über Elektromotor, Ritzel und Ritzelrad werde die Nachführung der Gondel vorgenommen, schildert Andreas Lengnowski, Account Manager Marine & Power Generation bei Parker. Dagegen findet die Rotorblattverstellung üblicherweise mithilfe eines Hydraulikzylinders statt. Die Entscheidung basiere auf der genaueren Positionierung, höheren Kraft und Geschwindigkeit, erklärt Lengnowski. „Diese Vorteile sind von Alternativen schwer zu überbieten.“
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