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Diese Freizügigkeit bei der Anordnung hydraulischer Komponenten führt zur Platzeinsparung. Außerdem bietet die Hydraulik laut Nocker den Vorteil „einer einfachen und kostengünstigen Energiespeicherung, die bei Netzspannungsausfall die Anlage in einen sicheren Betriebszustand führt“. Dennoch registriert der Hawe-Hydraulik-Manager bei der Rotorblattverstellung „eine Tendenz am Markt zu elektromechanischen Antrieben“. Dabei haben die Hersteller von Windenergieanlagen in den Anfangsjahren vorrangig auf hydraulische Systeme gesetzt.
Ein Grund dafür wird in anfänglichen Mängeln bei der Auslegung gesehen. „Die Zuverlässigkeit war anfangs gering“, schildert Meinert Hansen, Key Account Manager Wind Energy bei der Hansa-Flex AG in Bremen. Obwohl diese „Kinderkrankheiten“ heute behoben sind, haftet der Hydraulik im Windenergiebereich dieses Image immer noch an. „Daher gibt es schon lange einen Trend zur Vermeidung hydraulischer Verstellsysteme“, muss Hansen eingestehen. Was nach seiner Ansicht folglich für Hydraulikkomponenten in Zukunft übrig bleiben wird, sind Kühlung, Schmierung und Bremssysteme.
Diese radikale Entwicklung fürchtet jedoch nicht jeder in der Hydraulikbranche. „Bei hydraulischen Pitchantrieben wird das Thema Energieeffizienz künftig eine Rolle spielen“, nennt Grobe ein Entscheidungskriterium, das in den nächsten Jahren mehr Gewicht erhält. Ein weiterer Aspekt zeichnet sich für den Rexroth-Branchenmanager in der Entwicklung zu plug-&-play-fähigen abgeschlossenen Subsystemen ab.
Bremsfunktionen bleiben hydraulisch
Außerdem sieht man bei Rexroth laut Grobe „Anwendungspotenzial für unsere Hydraulik künftig auch weiterhin bei Bremsfunktionen“. Dieses Potenzial lasse sich aufgrund der hohen Betriebssicherheit und des niedrigen Bauraumbedarfs erschließen.
Ein weiterer Grund dafür wird in den benötigten Bremskräften gesehen, die sich hydraulisch einfacher und kostengünstiger als mit elektromechanischen Bremssystemen erreichen lassen: durch sanften Druckanstieg, berichtet Hawe-Hydraulik-Manager Nocker. „Diese hydraulischen Rampen lassen sich konstruktiv fest in Ventile integrieren oder in Kombination mit kleinen Druckspeichern ohne elektronische Ansteuerung umsetzen. Das schont weitaus teurere Anlagenkomponenten wie Turm, Fundament und Rotorblätter.“
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