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Im Prinzip sind alle spritzbaren Polymere für Mikroteile geeignet
Was die Werkstoffe für die Mikrospritzgussteile angeht, so unterscheidet sich die Materialpalette nicht grundsätzlich vom Standardspritzguss. Doch Gabor Jüttner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunststoff-Zentrum Leipzig (KUZ), merkt an: „Durch häufigen Einsatz in Hightechbereichen – wie Medizintechnik und Elektronik – ist eine Tendenz zu Hochleistungswerkstoffen erkennbar.“ Zu diesen zählt er teilaromatische Polyamide (PPA), Polyphenylensulfid (PPS) und flüssigkristalline Polymere (LCP) ebenso wie Polyetheretherketon (PEEK), Polyethersulfon (PES) und Polyetherimid (PEI). Elastomerkomponenten werden ihm zufolge häufig aus Silikonen oder hochwertigen Kautschuken statt aus thermoplastischen Elastomeren gefertigt. Dennoch stellt Jüttner fest: „Es sind alle bekannten, spritzbaren Materialien für den Mikrospritzguss geeignet.“ Auch faserverstärkte Werkstoffe seien üblich. Die oft gehörte Empfehlung, leicht fließende Typen zu nehmen, habe keine Allgemeingültigkeit. Wegen des geringen Materialbedarfs sei es deshalb günstig, handelsübliche Standardgranulate in der Plastifizierung aufbereiten zu können, um zusätzliche Kosten für die Bereitstellung von Mikrogranulaten zu vermeiden.
Die Haupteinsatzfelder der Mikroteile, die so entstehen, umreißt Steffen Jacob, ein anderer wissenschaftlicher Mitarbeiter am KUZ, mit eigenen Worten sehr präzise: „ Mikrospritzgussteile sind in der Sensorik, der Elektrotechnik, der Elektronik sowie im Medizinsektor und der Optik nicht mehr wegzudenken“. Um für diese hochsensiblen Anwendungsbereiche bestmögliche Produkte herzustellen, braucht man eine optimal auf den Mikrospritzguss abgestimmte Werkzeugtechnik, an die hohe Ansprüche zu stellen sind. So bedarf es der Realisierung kurzer Angussverteiler, um die Dynamik des Einspritzprozesses direkt in das Formnest zu bringen.
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