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Diese Attribute machen heute echte Mikrospritzgussteile aus
Jacob ergänzt: „Die Heißkanaltechnik sollte eher nicht fürs Anspritzen gewählt werden, weil mit Dynamikverlusten und einer höheren Verweilzeit der Kunststoffmasse gerechnet werden muss.“ Weil hohe Einspritzdrücke im Mikrospritzguss herrschten, müsse das Werkzeug stabil genug sein. Korrosionsfreie Stähle seien die richtige Wahl und zum Bau der Kavitäten müssten sogar ESU-Stahlqualitäten eingesetzt werden, also hochreine Stähle mit fehlerfreiem Gefüge, die im Elektroschlacke-Umschmelzverfahren hergestellt werden.
Möglichst kleine Kavitäten und Auswerfer sind die Basisanforderungen an die Werkzeugtechnik, die den Mikrospritzguss erfolgreich macht. Doch das Werkzeug muss noch weitere Besonderheiten erfüllen, wie Jacob erklärt:
- Feinzentrierungen in den Werkzeugeinsätzen vermeiden den Trennebenenversatz;
- Herstellung und Einbau kleiner Schieberelemente, Stufenauswerfer und Klinkenzüge;
- die Temperierung mit jeweils getrennten Kreisläufen per Öl oder Wasser sowie Alternativen wie elektrische Widerstandsbeheizung und CO2-Kühlung zur dynamischen Temperaturführung.
Die Technik des Mikrospritzgießens ist also aufwendig und wird daher nicht immer optimal eingesetzt. Viele betrachten schon einfacher herstellbare Kleinteile als Mikroformteile. Jacob hält dem eine klare Definition entgegen, die einem Arbeitskreis des KUZ Leipzig entstammt: „Es wird empfohlen, Kunststoffteile, die unter 0,1 cm³ Volumen haben und deren größte Dimension maximal 8 mm misst, als Mikroteile anzusehen, wobei die typische Wanddicke unter 1,5 mm liegt. Aufgrund des im Mikrospritzguss normalen, relativ hohen Angussanteils am Teil sollte immer vom Formteil und nicht vom Schussvolumen ausgegangen werden.“
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